Social-Media-Beitrag

    Kritik an WDR-Journalist Restle wegen Post zu Ceuta-Krise

    Georg Restle vor einem dunklen Hintergrund.
    Georg Restle © picture alliance/dpa/Annette Riedl
    Der WDR-Journalist Georg Restle steht wegen einer Social-Media-Aktivität zur Lage in der spanischen Exklave Ceuta in der Kritik. Der Sender reagierte nun auf eine Beschwerde an die Programmdirektion. Hintergrund ist die kommentarlose Weiterverbreitung eines umstrittenen Beitrags. Restle hatte mit einem Beitrag auf der Plattform X zur Flucht Zehntausender Migranten in die spanische Exklave Ceuta eine Beschwerde an die WDR-Programmdirektion ausgelöst. Der Mitarbeiter hatte aus einem Beitrag der US-Zeitschrift "The Nation" zitiert. Darin heißt es, die Lage in Ceuta sei "Teil der Bemühungen eines wachsenden US-amerikanisch-israelisch-marokkanischen Bündnisses", eine progressive europäische Regierung zu schwächen. Felix Schotland, Mitglied im Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und im WDR-Rundfunkrat, wandte sich daraufhin mit einem Brief an die Programmdirektorin Andrea Schafarczyk. Aussagen dieser Tragweite seien geeignet, das Vertrauen in die journalistische Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des WDR nachhaltig zu beschädigen, hieß es in dem Schreiben, das die "Jüdische Allgemeine" im Wortlaut veröffentlichte. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler (CDU), hatte auf X kommentiert: "Antisemitismus & Antiamerikanismus at its best. Dass sich ein Journalist des ÖRR nicht schämt, Verschwörungstheorien zu verbreiten, ist dabei der Gipfel." Restle wiederum teilte auf X mit, dass er sich das Zitat nicht zu eigen mache, sondern lediglich auf eine von ihm verlinkte "geopolitische Analyse zu Ceuta" habe hinweisen wollen. Es sei aber ein Fehler gewesen, den Passus kommentarlos wiederzugeben, "weil mir hätte klar sein müssen, dass mir dieses Zitat zugeschrieben wird". Und weiter: "Gegen die haltlosen Vorwürfe, ich würde hier Antisemitismus verbreiten, verwahre ich mich dagegen ausdrücklich." Der WDR kündigte an, auf Schotlands Schreiben in der kommenden Woche zu antworten. Restle habe eingeräumt, dass es ein Fehler gewesen sei, das Zitat aus dem von ihm verlinkten Text kommentarlos wiederzugeben, teilte die Pressestelle des Senders auf Anfrage mit. "Diese Ansicht teilt der WDR." An der persönlichen Integrität von Georg Restle bestehe für den Sender keinerlei Zweifel. Restle leitet seit dem 1. Juni 2026 das crossmediale ARD-Studio Nairobi. Zuvor war er Redaktionsleiter und Moderator des ARD-Politmagazins "Monitor".