Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 14.04.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview / Archiv | Beitrag vom 10.05.2016

Kritik an Bundeswehrplänen"Woher soll das Personal kommen?"

Agnieszka Brugger im Gespräch mit Nana Brink

Podcast abonnieren
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), aufgenommen am 09.11.2015 während des Feierlichen Gelöbnisses in Bad Salzungen (Thüringen). (picture-alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Truppe personell aufstocken. Die Grünen kritisieren diese Pläne als unrealistisch. (picture-alliance / dpa / Sebastian Kahnert)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr personell aufstocken. Agnieszka Brugger, Verteidigungsexpertin der Grünen, hält das für unrealistisch: Schon jetzt herrsche Personalmangel, der nicht gedeckt werden könne.

Agnieszka Brugger, Obfrau von Bündnis 90/Die Grünen im Verteidigungs-Ausschuss, hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ihre Pläne zur personellen Aufstockung der Bundeswehr kritisiert. Im Deutschlandradio Kultur sagte Brugger, schon jetzt sei es aufgrund des demografischen Wandels schwierig, den Personalbedarf zu decken.

"Es muss jetzt darum gehen, Antworten von Frau von der Leyen zu bekommen, woher dieses Personal eigentlich kommen soll, wie man es gewinnen will. Da geht es um die Attraktivität der Arbeitsbedingungen. Aber auf lange Sicht halte ich es einfach für unrealistisch, dass man sich den demografischen Wandel einfach wegwünschen kann."

Agnieszka Brugger von den Grünen (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)Agnieszka Brugger von den Grünen (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)

Statt "mit viel Tamtam" Aufstockungen anzukündigen, müsse mehr über sicherheitspolitische Prioritäten, über mehr europäische Zusammenarbeit und über mehr Synergieeffekte in der Truppe geredet werden. Von der Leyens Idee einer langfristigen Personalplanung sei nutzlos, solange nicht über zukünftige Aufgaben des militärischen Personals nachgedacht werde.

"Natürlich braucht es auch mehr Flexibilität, um schneller auf veränderte sicherheitspolitische Lagen auch reagieren zu können. Das gilt nicht nur fürs Personal, sondern auch für den ganzen Beschaffungsbereich."

Ein entscheidende Frage sei auch, wie man für neue Bereiche der Bundeswehr, wie etwa den der Cybersicherheit, Personal anwerbe – was man Mitarbeitern bieten könne, wie man ein attraktives Arbeitsumfeld schafft. Dafür müsse zunächst beantwortet werden, welches "eigentlich die Aufgaben der Bundeswehr in der Zukunft" seien.

Agnieszka Brugger sagte weiter, nicht für jeden IT-Spezialisten sei die Vorstellung angenehm, sich in fremde Systeme zu hacken und diese anzugreifen. Die Arbeit könne aber durchaus attraktiv erscheinen, wenn es um etwas Konstruktives gehe wie den Schutz von Systemen. Zudem müsse auch gerade in solchen Arbeitsbereichen "Abstand von der hierarchischen Kultur der Bundeswehr" genommen werden.

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur