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Im Gespräch | Beitrag vom 21.10.2019

Krimiautorin Rita Falk"Ich mag die Provinz"

Moderation: Susanne Führer

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Rita Falk im Interview auf der Frankfurter Buchmesse. (Deutschlandradio/ David Kohlruss)
Rita Falk spricht über ihr "Gugelhupfgeschwader". (Deutschlandradio/ David Kohlruss)

Fast sieben Millionen Bücher hat Rita Falk verkauft. Die Fangemeinde des Polizisten Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen wächst und wächst. Die Idee zu den Krimis kam Rita Falk, als sie nach einem Burnout arbeitslos wurde und Ablenkung brauchte.

Erst mit 45 Jahren hat Rita Falk angefangen, ihre mittlerweile berühmten Provinzkrimis zu schreiben. Zehn Jahre ist es her, dass die gelernte Bürokauffrau sich während einer beruflichen und persönlichen Krise erinnerte, dass ihr das Schreiben in schwierigen Situationen immer geholfen hatte: "Schreiben war für mich auch ein bisschen Therapie."

Einen Verlag für das erste Buch zu finden, das aus dieser Selbsttherapie heraus entstand, war gar nicht so einfach. Aber nachdem sie im Internet die richtige Agentur gefunden und nach langem Zögern auch endlich gewagt hatte, dort anzurufen, lief plötzlich alles ganz von allein: Schon das erste Buch wurde zu ihrer großen Überraschung ein Bestseller.

Schriftstellerei ist tatsächlich ein Beruf

Nach fünf Büchern realisierte sie für sich, dass das Schreiben auch Arbeit ist. "Es war ja mein Hobby. Irgendwann hat dann mein Agent zu mir gesagt, 'du, Rita, du musst jetzt schon mal kapieren, dass das dein Job ist'". Vorher dachte sie immer nach sieben oder acht Stunden vor dem Computer, dass sie ja gar nichts Richtiges gearbeitet habe, "keine Fenster geputzt oder Wäsche gebügelt".

Groß geworden ist Falk in Oberammergau. Jetzt lebt sie in einem ganz kleinen Dorf mit 140 Einwohnern, "da ist Niederkaltenkirchen schon fast eine Großstadt dagegen." Sie genießt die Idylle des Landlebens inklusive ihren Hunden, Eseln und Pferden. "Ich mag die Provinz. Es ist unfassbar romantisch. Ich bin so viel unterwegs, ich bin so viel in Hotelzimmern, dass ich daheim einfach sowas brauche. Das ist mein Ausgleich."

An der Quelle

Trotz der Idylle lässt sie sich allerlei Schauerliches für ihren Dorfpolizisten Franz Eberhofer und seine Umgebung einfallen: "Ich habe einfach eine gute Phantasie". Was ebenfalls hilft, ist die Tatsache, dass sie seit 22 Jahren mit einem Polizisten verheiratet ist. "Da sitze ich natürlich an der Quelle." Von ihrem Mann und seinen Kollegen hört sie einige interessante Geschichten. Die Idee dazu, dass in einem ihrer Krimis ein Kopf eine Böschung herunterkullert, stammt aus solch einer wahren Begebenheit.

Die Verfilmungen ihrer Bücher sind ebenfalls sehr erfolgreich. Daran hat Falk nicht nur als Autorin der Romanvorlage Anteil: "Das war mir von Anfang an sehr wichtig, dass ich sowohl bei den Drehbüchern als auch beim Cast ein Mitspracherecht habe." Schon beim ersten Treffen mit der Produzentin ging sie mit ihr die verschiedenen Rollen durch.

Seit der ersten Verfilmung schreibt Rita Fak ihre Eberhofer-Krimis mit den entsprechenden Schauspielern im Kopf. "Ich hab auch den Kinoaufsteller mit dem Simon Schwarz und dem Sebastian Bezzel in Lebensgröße neben meinem Schreibtisch stehen. Und wenn ich mal denke, irgendwie dreh ich mich grade im Kreis, dann hab ich immer das Gefühl, dass die zwei mir sagen, jetzt mach mal, reiß dich mal am Riemen. Das ist echt motivierend."

(mah)

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