Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 18.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 07.03.2018

Krieg und Frieden 1918 (2/2)Der Vertrag von Brest-Litowsk

Von Hans von Trotha

Podcast abonnieren
Blick auf die Delegationen am Verhandlungstisch in der weißrussischen Stadt Brest-Litowsk im Jahr 1917. Am 3. März 1918 unterzeichneten hier die Sowjetregierung und die sogenannten Mittelmächte den ersten Friedensvertrag des Ersten Weltkriegs. Im November 1918 wurde der Vertrag, in dem sich die Sowjetunion zu großen Landabtretungen und der Zahlung von 6 Milliarden Goldmark verpflichtet hatte, für ungültig erklärt.  (picture alliance / dpa / UPI)
Blick auf die Delegationen am Verhandlungstisch in der weißrussischen Stadt Brest-Litowsk im Jahr 1917. (picture alliance / dpa / UPI)

Im Frühjahr 1918 schlossen Russland und die Ukraine einerseits und die vier Mittelmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, die Türkei und Bulgarien andererseits den Frieden von Brest-Litowsk. Doch nur wenige Monate später, im November 1918, wurde er für ungültig erklärt. Warum?

Warum 1918/19 nicht die Grundlagen für einen dauerhaften europäischen Frieden gelegt wurden, dieser Frage geht Hans von Trotha im zweiten Teil seines Feature-Doppels nach. 

Auszug:

Lenins Bolschewiki hatten ihrer Bevölkerung Frieden versprochen. Der war am Verhandlungstisch aber nicht erreichbar ohne harte Zugeständnisse an Deutschland und die Mittelmächte. Lenin setzte daher auf eine Verzögerungsstrategie – in der Hoffnung auf Revolutionen in Europa, die die Friedensverhandlungen überflüssig machen würden. Das war Lenins Kalkül: Zeit gewinnen, damit sich in Berlin und Wien die revolutionären Kräfte sammeln können. In Brest-Litowsk sollte Trotzki dieses Spiel spielen.

Der deutsche Delegationschef Richard von Kühlmann durchschaute Lenins und Trotzkis Verzögerungstaktik. Kühlmann:

"Die Bolschewiken hatten sich von Anfang an der Illusion hingegeben, es werde ihnen gelingen, durch Propaganda in Deutschland und hinhaltendes Verhalten in Brest eine deutsche, linksgerichtete Stimmung zu entfachen, die der deutschen Delegation in Brest in der Heimat das Wasser abgraben und sie sozusagen vom Rücken her aufrollen sollte. Trotzkis einziger Wunsch war, ich sollte in Brest-Litowsk diktatorisch auftreten, mit der Faust auf den Tisch schlagen und auf die Kriegskarte hinweisen. Ich tat ihm den Gefallen nicht, denn das hätte ihm gefährliche Waffen geliefert, um mir im Rücken in Deutschland die Linksparteien auf den Hals zu hetzen."

Die beiden Lager belauerten sich, aber auch innerhalb der Lager herrschte Uneinigkeit. So verfolgte Kühlmann einen moderateren Kurs als die Oberste Heeresleitung und die Ukrainer verhandelten hinter dem Rücken der Russen mit Deutschland und Österreich-Ungarn.

Das vollständige Manuskript lesen Sie hier.

Mehr zum Thema

Krieg und Frieden 1918 (1/2) - Die Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 28.02.2018)

Zeitfragen

Wohnen und SchreibenWie wir leben wollen
Zelte stehen auf einem kleinen Grünstreifen vor einer Häuserwand. Das Grafitti verweist auf die steigenden Mietpreise in Berlin. (AFP/ David Gannon)

Früher ließen steigende Brotpreise Gesellschaften auseinanderbrechen. Heute sind es Mieten. Sie steigen nicht nur in Szenevierteln und nicht nur für Reiche, sondern überall. Wie wollen wir leben?, fragen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller.Mehr

Der Hund und wirEine tierisch große Liebe
Ein Hund auf dem Arm seiner Besitzerin in einem aufeinander abgestimmten, rosa Kostüm. (Getty Images / Eduardo Munoz Alvarez)

Hunde sind die besseren Menschen – behaupten jedenfalls so einige Tierliebhaber. Das mag übertrieben sein. Aber Hunde sind ziemlich gute Beziehungsberater. Denn in Sachen Kommunikation und Zusammenleben können wir noch einiges von ihnen lernen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur