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Alltag anders | Beitrag vom 08.11.2019

Korrespondenten berichten überStrom

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Ein mit Solarzellen betriebenes Internetcafé im kenianischen Embakasi: Viele Regionen sind nicht ans reguläre Stromnetz angeschlossen. (TONY KARUMBA / AFP)
Ein mit Solarzellen betriebenes Internetcafé im ländlichen Kenia: Viele Regionen sind nicht ans reguläre Stromnetz angeschlossen. (TONY KARUMBA / AFP)

Im Gazastreifen und in Kenia ist die Stromversorgung ein großes Thema. In anderen Ländern geht man eher sorglos oder gar verschwenderisch mit elektrischer Energie um.

Tim Aßmann in Tel Aviv:

"Israel ist eine Hightech-Nation, aber es kann auch hier mal passieren, dass der Strom ausfällt, sobald es stärker regnet. Auch für die Palästinenser ist Stromversorgung ein Thema, sogar ein viel größeres natürlich. Das gilt vor allem für den Gazastreifen. Da gibt es nur ein Kraftwerk, das mit Sprit betrieben wird, und das den Gazastreifen mit seinen mehr als zwei Millionen Bewohnern versorgen sollte und das läuft eben nicht so, wie es laufen sollte. Es gab Zeiten, da hatten die Leute dort nur vier Stunden Strom am Tag."

Friedbert Meurer in London:

"Anders als die Deutschen sind die Briten nicht aus der Atomenergie ausgestiegen. Ganz im Gegenteil. Es gibt Pläne, neue Kernkraftwerke zu bauen. Strom ist etwas billiger als in Deutschland. Vielleicht auch deswegen gehen die Briten damit sorglos um. Ein Freund von mir erzählte, dass er nach vier Jahren festgestellt hat: Er bezahlt gar keinen Strom. Er hat dann bei seinem Anbieter angerufen: Was ist denn da los? Das ist ein bisschen Schlamperei, finde ich. Das gibt es im ordentlichen Deutschland nicht."

Nicole Markwald in Los Angeles:

"Mein Gefühl ist, dass man hier in den USA verschwenderisch mit Strom umgeht, weil man hier traditionell verschwenderisch mit allem umgeht. Weil von allem genug da ist und man da nicht drauf achten muss. Wenn ich hier auf die Straße gehe, sehe ich überall Strommasten. Von diesen Masten gehen fünf Leitungen zu meinem Haus. Von da vier Leitungen nach hinten zu meinem Stall auf dem Grundstück. Von da geht es zu anderen Strommasten. Wenn es ein feuchter Abend ist, bitzelt es ein wenig. Diese oberirdischen Stromleitungen sind ein Riesenproblem in Kalifornien, wenn wir über die Waldbrände reden. Die sind häufig mit ein Auslöser."

Linda Staude in Nairobi:

"Strom in Kenia ist ein gewaltiges Problem. Eigentlich produziert Kenia raue Mengen an Strom. Das Problem ist aber, wenn Sie in Nairobi leben, dann haben Sie zwar eine Stromleitung, aber es kommt meistens kein Saft raus. Auf dem Land gibt es überhaupt keine Stromversorgung, weil es keine Leitungen gibt. Pfiffige Geschäftemacher haben sich überlegt, kleine Solarpanels zu verkaufen. Die gibt es in verschiedenen Größen von 'Ich möchte mein Handy aufladen' bis zu 'Ich möchte einen Kühlschrank oder einen Fernseher betreiben'. Das verbreitet sich in letzter Zeit relativ viel. Vor wenigen Jahren war ganz Nairobi lahmgelegt, weil ein Affe in den Transformatorraum gegangen ist und da irgendwas lahmgelegt hat und da war das halbe Land ohne Strom."

Jürgen König in Paris:

"Für Franzosen kommt der Strom in der Regel wirklich aus der Steckdose. Viel weiter wird darüber nicht nachgedacht. Das hat damit zu tun, dass Frankreich noch immer mehr als zwei Drittel seines Stroms aus der Atomenergie schöpft. Also war und ist Strom relativ billig. Jahrzehntelang ist eine Elektroheizung in Frankreich Gang und Gäbe. Die Franzosen sind, was den Umgang mit Strom angeht, nicht darauf erpicht, möglichst wenig davon zu verbrauchen."

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Email-Adresse: alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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