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Alltag anders | Beitrag vom 01.03.2019

Korrespondenten berichten über Heiratsanträge

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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(imago/Westend61)
In Moskau gibt es eine Prägung, die herrührt von amerikanischen Filmen, in denen ein Mann niederkniet und einen Ring aus einer Schachtel hervorzaubert. (imago/Westend61)

In den USA gibt es geradezu einen Hype um neue Ideen, den Heiratsantrag zu inszenieren. Wenn sich in Kenia beide einig sind, muss der Mann einen Brautpreis an den Vater bezahlen. In Singapur ist es traditionell der Mann, der den Antrag macht.

Holger Senzel in Singapur:

"Singapur-Airlines bietet neuerdings an: Man kann den Antrag in der Luft machen und ein ganzes Paket buchen. Hochzeit ist auf jeden Fall ein ganz großes Thema hier. Es ist der Mann, der den Antrag macht. Soviel Businessfrauen man auch sieht, die Singpurer Gesellschaft ist zugleich auch noch traditionell. Wer mit 30 nicht verheiratet ist, gilt als alte Jungfer. Ich hab neulich mal beim Sorgentelefon zugehört. Das war sehr amüsant. Da hat eine Frau gesagt: Ich habe den perfekten Mann kennengelernt: Der ist fürsorglich, der hat eine gute Position, er verdient gutes Geld, aber ich finde ihn völlig langweilig. Wo ihr dann der Rat gegeben wurde: Man kann nicht alles haben. Besser doch ein fürsorgender Ehemann als ein Hallodri."

Linda Staude in Nairobi:

In Nairobi ist es mittlerweile so, dass die Betroffenen zuerst miteinander reden. Wenn die beiden sich einig sind, dann muss der Rest über die Eltern laufen. Was auch ganz groß ins Spiel kommt, ist der Brautpreis. Das heißt, es wird sich erstmal geeinigt, wir wollen heiraten. Aber dann wird gefragt: Was kostet mich das? Denn der junge Mann muss den Brautpreis an den Vater bezahlen. Das ist ein wichtiger Teil des Heiratens. Was eine Braut kostet in Kenia, hängt davon ab, was sie zu bieten hat. Da reden wir zum Teil von richtig viel Geld. Es wird geduldet, dass der Bräutigam das Geld abstottert."

Thielko Grieß in Moskau:

"Heiratsanträge macht nur der Mann und keine Frau. Es gibt eine Prägung aus den 90er Jahren, die herrührt von amerikanischen Filmen. Wo ein Mann niederkniet und einen Ring aus einer Schachtel hervorzaubert und dann auf das seufzende JA! wartet. Das gibt es immer noch. Habe ich auch schon mal gesehen. In Wladiwostok hat jemand die Hauptstraße gesperrt mit seinen Kumpels. Dann gab es ein kleines Feuerwerk für die Dame. Und dann wurde der Heiratsantrag gemacht. Die Polizei war nicht ganz so beeindruckt davon, sondern hat die Beteiligten schon noch zu einer kleinen Strafe verdonnert. Aber man sagt, die beiden hätten trotzdem geheiratet."

Jana Genth in Johannesburg:

"Heiratsanträge sind in Südafrika eine Riesennummer. Ein Freund von mir hat gesagt: Wir fahren an den Strand. Ich hab Geiger bestellt und ein großes Büffet und viele Freunde eingeladen. Und er kam dann zu ihr und hat gesagt: Guck mal, was ich gefunden habe. Und sie dachte, es wäre eine schöne Muschel, aber da war dann der Ring."

Thilo Kößler in Washington:

"Hier in den USA gibt es geradezu einen Hype um neue Ideen. Zwei Beispiele: Ein Paar wandert stundenlang an einem Strand entlang und da steht dann: Would you like to – und ganz am Ende steht dann: marry me. Sehr beliebt ein verrücktes Picknick auf dem Gipfel eines Berges. Auf dem Boot vor der Gletscherkulisse in Alaska. Auf einem Rooftop eines Wolkenkratzers in New York."

"Alltag anders" – wenn Sie einen Themenvorschlag haben, dann schicken Sie ihn gerne an diese Adresse Alltag.anders@deutschlandfunkkultur.de

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