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Alltag anders | Beitrag vom 23.08.2019

Korrespondenten berichten überBolzplatz

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Fuballprojekt in einer Favela im brailianischen Bundesstaat Mato Grosso (imago/Westend61)
Nicht überall zu finden: der klassische Bolzplatz (imago/Westend61)

In Singapur oder Stockholm sind klassische Bolzplätze rar, denn hier sind andere Sportarten beliebter. In Mexiko hingegen wird nahezu überall gekickt.

Lena Bodewein, Singapur:

Es gibt in Singapur Fußballplätze, es wird aber vor allem auch Kricket draußen gespielt. Es gibt hier schon Fußballvereine, aber es ist kein populärer Sport. Vor allem gibt es wenig Gelegenheit sich hier zu üben. In Singapur gibt es sehr viele Verbote. Man darf an vielen Orten nicht Ballspielen. Es gibt keine Straßenkicker.

Björn Blaschke, Kairo:

Es gibt in Kairo sehr viele Fußballvereine und Fußballschulen. Die Eltern versuchen ihre Kinder in Fußballclubs unterzubringen. Wenn sie dazu nicht die Möglichkeit haben, dann gehen sie an den Wochenenden in Vergnügungsclubs. Da gibt es dann kleine Teehäuser und eine Mini-Park-Anlage und die Kinder können dann da rumturnen und eben auch bolzen. Erwachsene habe ich noch nie bolzen sehen.

Carsten Schmiester, Stockholm:

Fußballplätze muss man suchen, Eishockeyplätze findet man an jeder Ecke. Bolzplatz ist für mich ja auch etwas, wo ich mich mit meinen Kumpels treffe. Und dann sind die Eltern ganz weit weg. Da wird dann nicht nur Fußball gespielt, sondern gerangelt und gerauft und viel erzählt. Und das gibt es hier nicht. Möglicherweise ist die W-LAN-Party oder das Verabreden vor irgendwelchen Computern der Bolzplatz unserer Zeit.

Christina Fee Moebus, Mexiko:

In Mexiko wird gern auf dem Bolzplatz Fußball gespielt. Man braucht ja nicht viel. Vielleicht zwei Coladosen und einen Ball. Dann kann‘s losgehen. Das wird in allen Altersstufen gemacht. Oft und auch sehr gerne. Es gibt in jedem Viertel einen Platz, wo man Fußballspielen kann. Und wenn es keinen Bolzplatz gibt, dann nimmt man einen Marktplatz oder den Platz vor der Kirche. Die Mexikaner sind fußballfanatisch, und das merkt man auch.

Oliver Neuroth, Madrid:

In Spanien gibt es eher wenige klassische Bolzplätze, wie wir sie aus Deutschland kennen, wo dann die Nicht-Fußball-Profis am Feierabend schauen, was sie können. Bei mir um die Ecke in Madrid ist ein Bolzplatz, der mich immer sehr fasziniert, weil er so unfassbar hässlich ist. Es ist eigentlich nur ein Betonplatz mit einem verrosteten Geländer. Aber im Sommer abends ist dieser Platz rappelvoll. Eltern kommen mit ihren Kindern dahin. Ich finde es so erstaunlich, dass die Kinder so viel Spaß haben auf diesem Platz. Er ist an einer stark befahreneren Straße, aber die Kinder lieben ihn. 

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