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Alltag anders | Beitrag vom 30.10.2020

Korrespondenten berichten überBaumärkte

Von Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt

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Bunte Warenauslage mit handlichem Werkzeug (Jelleke Vanooteghem/Unsplash)
Bastlerherzen schlagen höher: Hier ein Baumarkt in Japan. (Jelleke Vanooteghem/Unsplash)

Baumärkte in Kairo haben Stadtteilgröße. Für den Schweden sind sie das Zentrum des Lebens. Auch die Amerikaner lieben sie. In Kenia sind sie unbekannt.

Björn Blaschke in Kairo:

"Baumärkte in Kairo insbesondere sind ganze Stadtteile. Also da gibt es Geschäfte, aber da gibt es auch Straßenhändler. Also das ist wirklich – ein Quadratkilometer Größe, Stände um Stände um Stände. Mit Wasserhähnen, Duschköpfen, Klobrillen, all das, was man irgendwie braucht. Was man nicht so leicht findet: Schrauben oder gutes Handwerkszeug."

Carsten Schmiester in Stockholm:

"Der Baumarkt ist für den Schweden das Zentrum des Lebens. In Schweden sind die Baumärkte divers. Da gibt es ganz verschiedene. Es gibt Riesenbaumärkte. Es gibt sogar drive-through-Baumärkte. Da fahr ich mit dem Auto und dem Hänger, den ich mir an der Tanke gemietet habe, schon gleich rein. Dann gibt es aber auch den "Tante Emma"-Baumarkt um die Ecke. Der ist sehr familiär. Dort will man dann auch immer wissen: Was für ein Projekt hast du denn da gerade? Der Baumarkt ist hier wirklich ein sozialer Mittelpunkt. Da trifft man sich, man weiß, man ist unter Gleichgesinnten. Alle haben irgendwie dieselben Probleme, und es gibt immer jemanden, der es besser weiß. Wenn der Winter in Schweden vorbei ist, dann denken sich die Schweden: Was mache ich diesen Sommer? Damit meinen sie nicht Bücherlesen oder Reisen, sondern sie meinen primär: Ich baue mir ein Deck vor mein Haus. Oder mein Boot braucht dringend mal eine Überholung. Irgendwas Handwerkliches, was zum Anfassen, das lieben sie einfach. Und insofern gibt es hier wahnsinnig viele Baumärkte. Die sind in der Werbung total präsent. Sie jammern dabei gern, aber das ist so ein wohliges Jammern. Nach dem Motto: Ach, ich muss jetzt wieder sechs Tage hart ran. Aber hinterher guckt ihr mal, wie es aussieht."

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Antje Diekhans in Kenia:

"Baumärkte gibt’s in Kenia tatsächlich überhaupt nicht. Die Kenianer machen natürlich unheimlich viel selbst, allein um Geld zu sparen. Das Material dafür sucht man sich aber eben nicht in einem Baumarkt zusammen, sondern man muss dafür dann durchaus zu verschiedenen Stellen in der Stadt fahren. Das ist meist an den Straßen. Wenn ich hier in Kenia eine Straße entlangfahre, dann sehe ich da vielleicht einen, der Ziegelsteine verkauft. Ein bisschen weiter steht einer, der Fenster und Türen verkauft . Da ist dann auch vieles second hand. Da kann ich dann hingehen und kann gucken, ob der gerade das da hat, was so ungefähr für mein Häuschen passen würde."

Thielko Grieß in Moskau:

"Baumärkte sind in Russland auch richtige Anziehungspunkte. Die Leute kaufen da echt wie verrückt alles Mögliche. Russen sind offenbar auch große Heimwerker und große Selbsthandwerker auch in der eigenen Wohnung, aber natürlich auch auf der Datsche, wo sie dann im Sommer unheimlich viel selber machen. Baumärkte sind Läden, die jetzt in der Coronakrise in Russland gegen den Trend mehr als früher abgesetzt haben."

Katharina Wilhelm in Los Angeles:

"Die Amerikaner lieben ihre Baumärkte. In der Coronakrise war es so, dass neben Supermärkten und Apotheken auch die Baumärkte aufhaben durften. Wir wollten auch Sachen für den Garten besorgen. Die sind so absurd gut besucht, dass mein Mann teilweise um sechs Uhr morgen losgefahren ist und versucht hat, sich da in die Schlange zu stellen. Ich glaube, in Kalifornien sind die Baumärkte auch deshalb nochmal sehr beliebt, weil es hier relativ viel Platz gibt, viele Amerikaner hier auch im kleinen eigenen Häuschen leben und da bauen, werkeln und den Garten irgendwie verschönern. "

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