Kontroverse in Argentinien um historischen Säbel des Befreiers San Martín

    Der gekrümmte Säbel des argentinischen Nationalhelden General José de San Martín ist am 4. Februar 2026 im Nationalen Historischen Museum in Buenos Aires zu sehen.
    Die Entscheidung der Regierung von Javier Milei, den Säbel des argentinischen Befreiers José de San Martín in ein Militärregiment zu überführen, löste Empörung bei den Erben des Stücks aus. Diese forderten vor Gericht, dass die Waffe im Nationalen Historischen Museum verbleibt, wo sie 1897 gestiftet wurde. © AFP / LUIS ROBAYO
    In Argentinien ist eine Kontroverse um den Säbel des Unabhängigkeitshelden José de San Martín entbrannt. Die knapp ein Meter lange Waffe mit Ebenholzgriff befindet sich im Nationalen Historischen Museum in Buenos Aires. Der rechtslibertäre Präsident Javier Milei ordnete an, dass der Säbel in die Obhut eines Militärregiments, das der berittenen Grenadiere, gegeben werden soll. Dieses war von San Martín selbst gegründet worden. Die Übergabe ist für Samstag geplant. Der Säbel gilt als bedeutendes Stück des argentinischen historischen Erbes, als Symbol der Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft. Wegen seiner geplanten Entfernung aus dem Historischen Museum ist dessen Direktorin zurückgetreten. Auch die Erben des Befreiers laufen Sturm, sie haben einen Antrag auf einstweilige Verfügung bei der Justiz gestellt. Der Säbel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. San Martín vermachte ihn bei seinem Tod einem anderen Unabhängkeitshelden, Juan Manuel de Rosas. Dessen Erben überließen ihn später dem argentinischen Staat. Anschließend wurde er siebzig Jahre lang im Nationalmuseum ausgestellt, zweimal gestohlen und jeweils wiedergefunden. Nachdem der Säbel schon einmal den Grenadieren übergeben worden war, ging er 2015 an das Nationalmuseum zurück.