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Kompressor | Beitrag vom 07.11.2018

Konstantin Wecker über sein neues Album "Sage Nein!" "Europa droht, faschistisch zu werden!"

Konstantin Wecker im Gespräch mit Gesa Ufer

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Der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker.  (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)
Ein Leben lang gegen den Faschismus angesungen: Der Liedermacher Konstantin Wecker (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Konstantin Weckers neues Album "Sage Nein!" versammelt antifaschistische Lieder seit 1978. Darauf findet sich auch sein berühmtes Lied "Willy" in einer neuen Version. Er erfahre heftige Anfeindungen im Netz, sagt der Liedermacher.

Das Lied "Willy" machte Konstantin Wecker berühmt - darin erzählt er die Geschichte von Willy, der mit Rechten aneinander gerät und von ihnen erschlagen wird. Willy gibt es wirklich, erschlagen wurde er nicht - und er geriet in eine Messerstecherei mit Rechten und überlebte, doch eine große Narbe erzählt bis heute davon.

Der Antifaschismus ist eines der großen Lebensthemen von Konstantin Wecker und er veröffentlicht mit nun 71 Jahren wieder ein neues Album: "Sage Nein! Antifaschistische Lieder 1978 bis heute" heißt es und kommt am 16. November in die Läden. Und "Willy" sei ein halbes Jahrhundert später aktueller denn je, meint Wecker: "Europa droht, faschistisch zu werden!"

Viele Anfeindungen im Netz 

Es sei unbegreiflich, wie das wieder möglich sein könne, sagt er und zitiert seinen ehemaligen Mitstreiter, den Widerstandskämpfer Peter Gingold, der gesagt habe: "Wenn ich sage, dass meine Elterngeneration das nicht verhindert hat, gibt es für sie eine einzige Entschuldigung: Sie konnten nicht die Erfahrung haben, was Faschismus bedeutet. Die Entschuldigung gilt nicht mehr für die heutige und alle künftigen Generationen - darum: Nie wieder!"

Es sei unfassbar, wie man einer so schrecklichen Ideologie, die so viel Elend hervorgebracht habe, immer noch anhängen könne. "Wer seine Identität nicht bei sich im tiefsten Innern gefunden hat, der schließt sich den Identitären an, der sucht sich Identität im Nationalen und im Deutschtum - es ist grausig." Anfeindungen erfahre er vornehmlich im Netz, erzählt Wecker: "Und die sind heftig!" Doch er mache mit seiner Musik einen Unterschied, da ist er sich ganz sicher: "Wie sähe die Welt aus, wenn es diese vielen kleinen Mosaiksteinchen nicht gäbe? Diese Mosaiksteinchen, zu denen engagierte Menschen gehören?", fragt er. 

(inh)

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