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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.09.2020

Konrad Adam verlässt AfDKeine Zukunft für "bürgerlich-konservative" Kraft

Liane Bednarz im Gespräch mit Nicole Dittmer

Konrad Adam. (imago images / Gerhard Leber)
Konrad Adam war neben Frauke Petry und Bernd Lucke eines der drei Gründungsmitglieder der AfD. Jetzt hat er seinen Austritt angekündigt. (imago images / Gerhard Leber)

Mit Konrad Adam tritt nach Bernd Lucke und Frauke Petry das letzte prominente Gründungsmitglied der AfD aus. "Starke Auflösungserscheinungen" in der Partei konstatiert die Publizistin und Juristin Liane Bednarz.

Der Publizist Konrad Adam tritt aus der AfD aus. Damit folgt er Frauke Petry und Bernd Lucke, mit denen er die Partei gegründet hatte. Lucke hatte sich 2015 von der Partei getrennt, Petry 2017. Adam begründete seine Entscheidung damit, dass er keine Zukunft mehr für die AfD als "bürgerlich-konservative" Kraft sehe.

Starke Auflösungserscheinungen

Die Publizistin und Juristin Liane Bednarz beobachtet "schon sehr starke Auflösungserscheinungen" in der Partei. Auch die AfD-Landtagsfraktion in Niedersachsen und Schleswig Holstein seien vor wenigen Tagen zerbrochen. "Diese Fraktionen gibt es nicht mehr."

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Immer wieder steht die Partei wegen ihrer Nähe zu Rechtsextremen in der Kritik. Auch nach der Pro7-Doku "Rechts. Deutsch. Radikal." geriet die AfD in Erklärungsnot. Sie entließ ihren Sprecher Christian Lüth, der sich rechtsextrem geäußert haben soll.

Die "bürgerliche Fassade" der AfD

Die Partei müsse genau hinsehen, wo in ihren Reihen sich Rechtsextremisten befinden und gegen diese Parteiausschlussverfahren einleiten, "wenn sie es wirklich ernst meint mit der Trennung vom Rechtsextremismus", sagt Bednarz. Allerdings offenbare die Partei genau in diesem Punkt ihre "Janusköpfigkeit".

Die Partei habe sich eine "bürgerliche Fassade gegeben", so Liane Bednarz. "Aber es gab die radikalen Stimmen, die immer stärker geworden sind und die deshalb gewählt werden." Auf der anderen Seite würden bürgerliche Wähler dadurch auch abgeschreckt. "Diese beiden Richtungen kann man nicht mehr in einer Partei halten. Sollte die AfD zerbrechen, dann wird es wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass zwei AfDs entstehen, die aber nicht mehr die Stärke der alten Partei erreichen können", sagt die Publizistin.

(nho)

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