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Alte Musik | Beitrag vom 06.01.2021

Komponisten Gottlieb Muffat und Georg Friedrich HändelMusikalische Fernbeziehung

Von Wolfgang Kostujak

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Eine Weltkarte aus Notationszeichen. (mago images / Shotshop)
Musik wanderte auch zwischen Wien und London hin und her. (mago images / Shotshop)

Muffat und Händel waren über 1500 km voneinander getrennt, dabei musikalisch so nah. Was der eine komponierte, griff sich der andere für eigene Projekte. Obwohl sie einander nie begegneten, entstand auf Distanz eine ganz eigene Werkverquickung.

Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Kontaktbeschränkungen haben auch im Musikleben Spuren hinterlassen: Bei Proben, im Unterricht oder beim persönlichen Austausch dominieren die Regeln eines Social Distancing. So neu der Begriff klingen mag: Die Praxis von musikalischem Kontakt ohne räumliche Nähe ist eigentlich Jahrhunderte alt. Ein schönes Beispiel dafür bietet das Zusammenwirken von Georg Friedrich Händel und Gottlieb Muffat.

Vom Entlehnen und Verzinsen musikalischer Ideen

Ohne eine einzige leibhaftige Begegnung kommt es hier zu einer bemerkenswert inspirativen Wechselbeziehung: Händel kleidet eine ganze Reihe von Muffats Tastenwerken in das Gewand eigener, groß besetzter Stücke und Muffat nutzt Händels Cembalosuiten durch spielpraktische Präzisierungen und eigenwillige Verzierungen als Bühne für ein sehr persönliches Klangidiom. Wir gehen dieser musikalischen Fernbeziehung auf über 1.500 Kilometer Distanz nach.

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