Komponist Gija Kancheli

Der Meister der Stille

Gija Kancheli wohn in Antwerpen, aber jedes Jahr kommt er für einige Wochen nach Tiflis zurück. © deutschlandfunk/ Cornelia de Reese
Eine Sendung von Cornelia de Reese · 12.02.2019
"Die Stille im Publikum nach einem verklungenen Werk ist vielleicht die beste Möglichkeit, meine Werke zu schätzen", sagt der georgische Komponist Gija Kancheli. Ein Besuch bei ihm gibt Einblicke in sein Leben und seine Art zu komponieren.
Gija Kancheli ist heute 83 Jahre alt. Seit langem lebt er in Antwerpen, doch seine Heimatstadt Tiflis besucht er regelmäßig für einige Wochen im Jahr. Er lebt in einer Altbauwohnung in dem Viertel, das zu Jugendstilzeiten entstand, und hier empfängt er Gäste.
Ansicht von Tiflis bei Sonnenaufgang.
Tiflis in Georgien© picture alliance / Zurab Kurtsikidze
In einem ausgedehnten Gespräch berichtet er von wichtigen Stationen in seinem Leben: Warum die Geologie doch nichts für ihn war, warum er so viel traurige, stille Musik schreibt, wie tief die georgische Gesangstradition in ihm wurzelt. Und er berichtet von den wichtigsten Künstlerfreunden, die ihn umgaben: Dsansug Kakhidze, Kurt Masur, Gidon Kremer, Luigi Nono − und von einer merkwürdigen Begebenheit, die ihn mit John Cage verbindet.
Ein Blick in den Jugendstilraum, der früher ein Kino war und heute als Kammermusiksaal genutzt wird. 
Dieser Jugendstil-Kammermusiksaal ist nur ein paar Schritte von Gija Kanchelis Wohnhaus entfernt© deutschlandfunk / Cornelia de Reese
Fast alle Aufnahmen, die in dieser Sendung zu hören sind, zeichnet die lange Freundschaft zwischen Gija Kantcheli und dem Dirigenten Djansug Kakhidze nach. Mit dem Sinfonieorchester Tiflis haben sie alle sieben Sinfonien und "Light Sorrow" in enger Zusammenarbeit aufgenommen. Bei dem Label von Cugate werden diese Werke demnächst als CD-Boch und auf Vinyl erscheinen.
Gija Kancehli und Memo Rhein stehen in der Wohnung des Komponisten nebeneinander.
Ebenfalls langjähriger Freund hinter den Kulissen: Memo Rhein, der für viele Aufnahmen von Kancheli und Kakhidze verantwortlich zeichnete.© deutschlandradio / Cornelia de Reese
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