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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 02.02.2007

Kommissare und ihre ungelösten Fälle

Von Thomas Klug

Tatort (Stock.XCHNG / Nate Nolting)
Tatort (Stock.XCHNG / Nate Nolting)

"Die Berliner Polizei bittet um Mithilfe oder Hinweise über verschiedene Straftaten oder sonstige Ermittlungsfälle", heißt es auf der Homepage im Internet. Gerade in Sachen Mord, die Polizei spricht von "verschiedenen Tötungsdelikten", sind die Beamten auf die Hilfe der Berliner Bevölkerung und speziell auf diverse Hinweise sehr angewiesen. Teilweise sind mehrere tausend Euro als Belohnung ausgesetzt. Bei Mord ist zwar die Aufklärungsrate am größten, 96 von 100 Mordfällen werden aufgeklärt, doch manche Mörder entkommen.

Der Mord geschah in der vierten Etage. Da, wo ein bisschen Stuck außen an der Hauswand überlebt hat. Das Haus hat fünf Etagen. Der letzte Anstrich liegt lange zurück. Im Erdgeschoss ist eine Pizzeria. Ein paar Treppen über ihr wurde die Leiche gefunden:

Rauhut: "Manfred Diefenbach. Das ist ein Hausbesitzer gewesen, der in einem Haus Libauer Straße, Friedrichshain, gewohnt hat in unterschiedlichen Wohnungen. Das Haus gehörte ihm dort, der Alkoholiker war, der auch sehr streitbar war, der mit seinen Mietern sehr rusikal umgegangen ist, der dann am 16. Februar letzten Jahres in einer seiner Wohnungen dort getötet aufgefunden worden ist. Dort haben wir den Täter auch noch nicht ermitteln können."

Die Nacht vom 15. zum 16. Februar 2005 wurde die letzte im Leben Manfred Diefenbachs. Zu große Brille, ein aggressives Lachen im Gesicht, Seitenscheitel, Schlips und Kragen – so zeigt ihn ein Foto, das die Polizei veröffentlicht hat. Am Abend, gegen 8 Uhr, hat er noch mit einem Bekannten telefoniert. Am nächsten Tag wurde er in der Wohnung in der vierten Etage seines Hauses tot aufgefunden, in einem Stuhl sitzend, gefesselt, erwürgt. Keine Einbruchsspuren. Er soll ein misstrauischer Mensch gewesen sein, der nicht einmal angemeldete Besucher in seine Wohnung gelassen hat. Das Haus, sein eigenes, verließ Manfred Diefenbach nur noch, um zur Bank oder zum Arzt zu gehen. In seinem Haus nutzte er mehrere Wohnungen. In jeder herrschte Chaos. Die Polizei beschreibt das als einen

"überaus unordentlichen und unübersichtlichen Zustand". "

Ob etwas fehlt, konnte sie nicht ermitteln. Raubmord? Oder eine Beziehungstat? Die Polizei weiß nur: Richtig traurig war über den Tod des Hauseigentümers niemand. Nicht die Mieter, nicht die Nachbarn.

Nachbarin: ""Man merkte es ihm nicht an, dass er Geld hatte. War auch sehr geizig… Er war immer alleine. Ich habe nie gesehen, dass er mal mit jemand… außer man mit einem Handwerker, den er nieder gemacht hat, dass er mit jemand gesprochen hat. Er war sehr eigenbrötlerisch, sehr laut den Leuten gegenüber und sehr betont immer."

Die Nachbarn beschreiben das Opfer auch als jemand, der immer dieselbe Hose und denselben Kittel trug, der aggressiv war. Und geizig:

Nachbarin: "Die Mieter waren auch sehr unzufrieden. Da ging kein Licht im Hausflur... Er hat an allen Ecken und Enden gespart. Die Heizung… wurde wohl zwischendurch abgestellt."

Der Mord ist nach zwei Jahren noch immer nicht aufgeklärt. Unaufgeklärte Morde kommen relativ selten vor. Über 96 Prozent aller Tötungsdelikte, so sagt es die Polizeistatistik, werden aufgeklärt. Bleiben vier Prozent. Manch einer dieser Fälle ist schon seit Jahren ungeklärt. Die Berliner Polizei bittet auf ihren Internetseiten derzeit in 15 Mordfällen um Hinweise.

"Der 45-jährige Pjotr Blumenstock wurde am 6. Mai 1999 in einer Grünanlage in Berlin-Zehlendorf erschossen aufgefunden."

"Wer kann Angaben zu den Phantombildern machen?"

Im November 2002 wurde der 80-jährige Herbert Kretzer in seiner Wohnung in Berlin-Tiergarten erstochen aufgefunden.

"Wer kann sachdienliche Angaben machen?"

"Am 17.Januar 2006 wurde von der Feuerwehr der 68-jährige Schuhmacher Franz Quenstedt tot in seiner Wohnung in Berlin-Neukölln aufgefunden. Die durchgeführte Obduktion ergab Stichverletzungen im Oberkörper als Todesursache."

"Wer kennt Personen, die im Besitz von blutverschmutzten Geldscheinen sind?"

"Hinweise, die gegebenenfalls auch vertraulich behandelt werden nimmt die erste Mordkommission in Berlin-Tiergarten oder jede andere Polizeidienststelle entgegen."

15. Das klingt viel. Es sind 15 Menschen, die in Berlin Opfer einer Straftat wurden, für die noch niemand verurteilt wurde. Die Opfer sind manchmal gerade erst geboren:

"Das Baby war ca. 2000 Gramm schwer, 45 Zentimeter groß und lag unbekleidet, nur in ein rosafarbenes Handtuch gehüllt in einem braunen, unbeschrifteten, kleinen Pappkarton."

Manchmal sind die Opfer schon weit über 70:

"Die 78-jährige Fira Miller wurde von ihrem Urenkel tot aufgefunden. Bei der durchgeführten Obduktion wurde festgestellt, dass die Seniorin erwürgt worden war."

Erwürgen, erschießen, erschlagen. Das sind die Worte, die täglich fallen. Aber es gibt auch die Worte, die Augen leuchten lassen. "Geständniszwang" ist so ein Wort, wenn man Staatsanwalt ist. Ralph Knispel schnalzt das Wort heraus. Genussvoll. Zufrieden. Geständniszwang. Liebt Ralph Knispel das Wort? Es gefällt ihm. Mehr Emotionen sind nicht möglich im Dienstraum eines Staatsanwalts, der mit Mordfällen zu tun hat.

Knispel: "Mit dem Wissen, einen Menschen getötet zu haben, fällt offensichtlich doch ziemlich schwer und bringt die Leute dazu, das Bedürfnis zu haben, sich jemandem zu öffnen. Das hat man auch hier sehr häufig bei Tatverdächtigen, die bei der Polizei das erste Mal in einer Vernehmung sitzen eine gewisse Erleichterung, einfach um über dieses Geschehen mal mit jemand sprechen zu können. Ich denke, es ist vergleichsweise einfach, wenn man sich mal selbst vorzustellen versucht, man hat eine solche Tat begangen – mit diesem Wissen zu leben und dazu noch das Wissen zu haben, damit, wenn man nicht mit jemand darüber spricht, bis zum Lebensende leben zu müssen, ist wahrscheinlich schwer auszuhalten."

Ein Friedhof in Berlin-Neukölln. Hier wurde im Juli 2002 eine 48 Jahre alte Frau erstochen. Fast zwei Jahre lang ermittelte die Polizei vergeblich. Bis der Täter zur Polizei ging:

Knispel: "Er war ein Betäubungsmittelabhängiger, der anlässlich einer Silvesterfeierlichkeit mit diesem Wissen, einen Menschen getötet hatte, nicht mehr umgehen konnte und sich dann der Polizei gestellt hat. Ich denke, wenn wir da ehrlich sind, müssen wir feststellen, dass wir diesen Täter vermutlich nie oder jedenfalls sehr viel später überführt hätten. Und das war tatsächlich eine reine Zufallsbegegnung, der ist auf diesen Friedhof mit anderen Personen zusammengegangen, man hat sich dann diese Frau als Opfer auserkoren, sollte eigentlich erst ein Raubüberfall werden, kam allerdings zur Tötung. Eine Vorbeziehung war in keiner Weise herzustellen."

Hohe Wände. Großer Schreibtisch. Karg möbliert. Das Dienstzimmer eines Staatsanwalts ist einer Gefängniszelle nicht unähnlich. Doch Ralph Knispel kann jederzeit durch die Tür gehen. Ihn hindert höchstens ein voller Schreibtisch daran. Dann bleibt er länger. Auf den Geständniszwang hofft er lieber nicht. Er hofft auf schnellen Erfolg bei den Ermittlungen in jedem Mordfall. Schnelligkeit – das ist das nicht ganz geheime Geheimrezept bei erfolgreichen Ermittlungen.

Knispel: "Der erste Angriff ist der erfolgversprechenste. Und je länger sich die Ermittlungen hinziehen, umso geringer wird die Erfolgsaussicht. Und dann sind Sie letztlich auf diesen berühmten Kommissar Zufall angewiesen. Oder was bisweilen auch gemacht wird, dass dann ein anderer Sachbearbeiter die Akten noch einmal anschaut und der aus einen ganz anderen Blickwinkel noch einmal unbefangen an eine Akte herangeht und ganz andere Schwerpunkte gedanklicher Art setzt, als sein Vorbearbeiter."

Das brutale Ende ganz verschiedener Leben, zusammengehalten in unzähligen Leitzordnern der Polizei. Die einzige Gemeinsamkeit heißt in der Polizeisprache:

"Tod durch Fremdeinwirkung"

Die zweite Gemeinsamkeit: Die Täter wurden nie gefasst. Kein Fahndungsplakat, keine Bitte um Mithilfe, keine ausgesetzte Belohnung führte zu den Tätern. Die unaufgeklärten Mordfälle sind die sprichwörtlichen Leichen im Keller der Polizei:

Rauhut: "Man darf sich das nicht so vorstellen, dass die, wie Sie das so ausdrückten, als Leiche im Keller liegen, sondern wir betrachten die Fälle so: Erst wenn wir nach Jahren sagen, wir haben alles unternommen, den Fall aufzuklären, dann haben wir trotzdem eine erfolgreiche Arbeit geleistet, obwohl wir den Täter nicht ermitteln konnten. Und wenn sich neue Ermittlungsansätze in welcher Form auch immer ergeben, dann gehen die Akten wieder auf die Schreibtische der Sachbearbeiter und die Ermittlungen werden fortgesetzt."

André Rauhut, der Leiter des Dezernats der Mordkommissionen der Berliner Polizei zeigt auf die Aktenberge, die auf dem Boden seines großen Arbeitszimmers gestapelt sind. Dutzende Leitzordner, 200 Blatt Papier in jedem von ihnen. Ergebnisse langer Ermittlungsarbeit in Mordfällen. Die Tage und Nächte der Berliner Mordkommissionen, auf Papier festgehalten. Unschöne Details vom Lebensende. Erschlagen, erdrosseln, erwürgen. Geschichten vom brutalen Ende des Lebens, die auch in gut sortierten Akten nicht leicht fassbar werden. Nicht einmal verstehbar. Und dann der Misserfolg: Ein Mord, bei dem der Täter nicht ermittelt wird. André Rauhut will nichts von Frustration wissen:

Rauhut: "Man ärgert sich sicherlich über die Nichtaufklärung eines Falles, aber Frustration liegt hier nicht vor. Die sind alle immer unheimlich engagiert an der Bearbeitung, selbst an zurückliegenden Fällen dran, die Sachbearbeiter und die Kommission an sich. Und dann kommt man vielleicht mal an einen Punkt, wo die Kommission der Überzeugung ist, jetzt wird es wirklich schwierig, jetzt müsste schon jemand vorbei kommen und sich hier stellen. Aber in vielen Fällen ist das eben nicht der Fall. Somit ist man nicht frustriert, sondern eher kreativ, auch nach Jahren noch, wie kann man an einem Fall noch irgendwas machen, kriminaltechnisch oder mit verdeckten Maßnahmen, mit Angehörigenvernehmung, Zeugen oder Geschädigten. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, so dass der Biss, der Aufklärungsinstinkt, der Spaß auch, diese Fälle einfach weiter zu treiben, schnell die Oberhand hat."

Lutz Wieczorek mag keine großen Worte. Er wird für die Aufklärung von Mordfällen bezahlt. Nicht fürs Reden. Alles ganz normal, sagt er. Es ist seine Arbeit. Viele Akten eben, viel Papier. Die Geschichten, die Leben und Tode, die da festgehalten sind, will er nicht erzählen. Er muss Fakten herausfinden. Spuren nachgehen. Alles ganz nüchtern. Er ist kein moralisierender Derrick, kein über alle Stränge schlagender Schimanski. Er ist einfach Wieczorek, Leiter einer Berliner Mordkommission. Er sammelt Fakten. Und er ermittelt. Er spricht vom Ermitteln, nicht vom Verbrecher jagen. Und wenn er doch mal mit einem Journalisten reden muss, dann sagt er, er wurde mit dieser Maßnahme betraut. Er würde nie sagen, dass Mord und Totschlag seinen Alltag bestimmen. Er würde höchstens mit den Schultern zucken, wenn man so etwas über ihn sagt. Er weiß, wie seine Arbeit gemacht werden muss. Das reicht.

Wieczorek: "Man fängt erst mal mit dem Studium der Unterlagen an. Aus den Unterlagen ergeben sich schon mal vielfältigste Ermittlungsansätze, weil jeder Mensch hat im Regelfall einen Wohnsitz. Selbst ein Obdachloser hat ein soziales Umfeld. Das sind die ersten Ansätze und da setzt man an. Fast jeder Mensch hat soziale Kontakte, jeder Mensch hat Kontakte zu Behörden usw. Da haben Sie schon genügend Ansätze, wo Sie loslegen können."

Die Routinearbeit eben, die für Krimizuschauer – und Leser so spannend, für die echten Kriminalisten aber doch Routine ist: Das Beziehungsgeflecht des Opfers aufdröseln, nach möglichen Mordmotiven suchen, Verdächtige einkreisen, Alibis überprüfen. Und sich in den Täter hineinversetzen. Hinzu kommen die Beweismittel: Spuren am Tatort, die Tatwaffe, Fingerabdrücke, Fußspuren. Und etwas, was für nicht gefasste Täter zu einem immer größeren Problem wird: Die DNA. Immer winzigere Spuren genügen, um daraus viel über den Täter zu erfahren. Noch nicht gefasste Mörder können nie beruhigt sein. Ihre Verbrechen verjähren nicht. Und die Wissenschaft macht es möglich, auch lange zurückliegende Verbrechen aufzuklären. Bernd Jauert ist Sachverständiger für DNA-Analytik beim Landeskriminalamt Berlin:

Jauert: "Verbrechen, die vor sehr langer Zeit stattgefunden haben und noch Spurenmaterial vorhanden ist, meinetwegen Blutspuren, Spermaspuren, die kann man heute durchaus untersuchen. Und oft wird das ja auch gemacht, um dann ein DNA-Profil von diesen Spuren zu erstellen, mit den neuesten, modernsten Techniken, mit der Polymerase-Kettenreaktion, um dann die Ergebnisse, die gewonnen worden sind als Hilfsmittel bei der Recherche der DNA-Datenbank, die beim BKA angesiedelt ist zu überprüfen, ob nicht doch der eine oder andere dort nicht schon eingestellt worden ist, der erst durch andere Straftaten in Verbindung geraten, dort hineingeraten ist."

Aber nicht nur die Wissenschaft ist ein Feind der nicht gefassten Mörder. Manchmal ist das eigene Gewissen ein Feind. Manchmal aber auch Zeugen, die nicht länger schweigen wollen. Oder sich verplappern. Der Staatsanwalt Ralph Knispel erinnert sich:

Knispel: "Ich werde nie vergessen, wie ein Angeklagter eines Tötungsdeliktes einen Disput mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin führte, die im Zuschauerraum saß. Und als sich dieser Disput sich im Gerichtssaal zutrug und der Richter nicht unterband: Sie rief von hinten nach vorn: den, dessen Namen mir nicht mehr einfällt, hast du auch umgebracht, hast du mir erzählt. Und diese vermeintliche Petitesse war für mich Anlass, darüber einen Vermerk zu fertigen, die Polizei Nachermittlungen führen zu lassen und siehe da, diese Dame hat es genauso bestätigt, auch in einer Vernehmung und auch vor Gericht letztlich und er ist dafür noch verurteilt worden, obwohl er schon rechtskräftig freigesprochen war in einer Sache."

Die Schwierigkeiten für Polizei und Staatsanwalt beginnen da, wo Auftragskiller ihr Werk verrichten und keinerlei Beziehung zwischen Opfer und Täter festzustellen ist.

Knispel: "Wenn dort tatsächlich professionelle Strukturen mit hineinspielen oder organisierte Kriminalität beispielsweise, haben Sie natürlich bei der Aufklärung solcher Taten erhebliche Schwierigkeiten, wenn Sie Täter haben, die beispielsweise aus dem Ausland angereist kommen, nur um eine Tötung zu begehen und sich hinterher wieder absetzen, haben Sie ganz besondere Schwierigkeiten."

Der Fall von Manfred Diefenbach, dem toten Vermieter aus Berlin-Friedrichshain konnte die Polizei nicht aufklären. In einem Punkt ist sich André Rauhut inzwischen aber sicher:

Rauhut: "Auf jeden Fall eine Beziehungstat. Es ist ganz klar, dass hier kein Unbekannter der Täter sein dürfte. Da sind die Indizien schon offen liegend: Tatort ist die Wohnung, jemand muss die Wohnung kennen, jemand muss die Person kennen, die Tatzeit lag in der Nacht. Es heißt also, in der Nacht jemand in der Wohnung umzubringen, kann kein Fremder sein. Sie werden nicht in der Nacht irgendwo umbringen und jemandem umbringen. Motivlage hier möglicherweise Raubmotive. Auf jeden Fall eine Beziehungstat. Da muss man einfach zusehen, dass man das Beziehungsgeflecht an allen Ecken und Enden aufdröselt. Und möglicherweise sind wir da noch nicht an allen Ecken und Enden gewesen und das wird man fortsetzen."

Ein Beziehungsgeflecht ist ein weites Feld. Da geht es nicht nur um die engsten Verwandten, Freunde und Bekannten.

Rauhut: "Das können Sie ja selber aus Ihren sozialen Umfeld vorstellen, dass es vielleicht bei Ihnen Verwandte gibt. Und dann gibt es zu diesen Verwandten noch mal Verwandte, die nicht direkt mit Ihnen verwandt sind. Oder es gibt Personen, die zu deren Freundeskreis dazu gehören und auf diesen Schienen….bei Herrn Diefenbach zum Beispiel es doch mal ein Gespräch gab, wo ein Wohnungssuchender dann doch mal bei ihm gewesen ist und ihn dann dadurch kennen gelernt hat und letztlich doch eine Beziehung besteht, aber dann soweit entfernt, dass diese offen zu legen, das zu klären ein wenig Glück erfordert, Fleiß erfordert und immer wieder in die Hand nehmen und vielleicht auch mehrmals mit den gleichen Personen reden, um dann auf weitere Personen zu kommen, die eben Kontakt hatten und damit auch Täter sein können."

Vier Morde von hundert bleiben unaufgeklärt. Daran haben die modernsten Ermittlungsmethoden nichts geändert. Vielleicht gibt es das perfekte Verbrechen. Den perfekten Täter gibt es nicht. Er wird zeitlebens damit rechnen müssen, vielleicht doch noch überführt zu werden. Nicht immer sofort. Chancen gibt es eigentlich nur, wenn ein Mord nicht als Mord erkannt wird. Aber auch da gibt es den berühmten Kommissar Zufall:

Knispel: "Sie werden verstehen, dass ich keine Empfehlung für Ihre Hörer abgeben kann, wie man am besten jemand tötet mit wenig Spuren, aber im konkreten Fall, den ich da im Blick habe, war es eine alte Dame, die von ihrer Krankenpflegerin getötet wurde. Da kam ein Bereitschaftsarzt, der hinzu gerufen wurde und der hat eine natürliche Todesursache bescheinigt. Und wenn nicht ein wirklich pfiffiger Kriminalbeamter im Hinblick auf die Krankenschwester festgestellt hätte, dass wenige Wochen zuvor bereits ein Verfahren wegen Betruges anhängig war, der auch im Zusammenhang mit der Pflege alter Personen stand. Wenn dieser erinnerungsstarke Kriminalbeamte nicht angeregt hätte, dass diese Frau obduziert wird, wäre dieses Verbrechen tatsächlich nicht entdeckt und nicht gesühnt worden."

Mörder können sich höchstens auf ihr Glück verlassen. Oder auf Zeugen, die sich mit Täterbeschreibungen schwer tun:

Knispel: "Also 20 bis 40 Jahre alt, 1,60 bis 2,10 groß, zwischen 50 und 150 Kilogramm schwer. Und die Haare von hellblond bis dunkelschwarz."

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