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Studio 9 | Beitrag vom 18.12.2015

KolumbienDer Wurst-König von Bogotá

Von Julio Segador

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Daniel Álvarez in seiner Metzgerei in Bogotá (Julio Segador)
Daniel Álvarez in seiner Metzgerei in Bogotá (Julio Segador)

Weil Daniel Álvarez mit der Qualität der Bratwürste in Kolumbien nicht zufrieden ist, geht er kurzerhand nach Deutschland. Als Metzger-Meister kehrt er zurück nach Bogotá. Seine Bratwürste sind mittlerweile der Renner in vielen Bars und Restaurants.

Daniel Álvarez steht in der kleinen Metzgerei am Kutter, dort wo die Zutaten für seine Würste zerkleinert und vermengt werden. Und das unterscheidet sich schon ziemlich von dem, was da sonst so in Kolumbien in einer Bratwurst steckt.

Die Bratwürste waren so schlecht, dass sich Daniel Álvarez entschloss nach Deutschland zu gehen um das Metzger-Handwerk richtig zu lernen. Dem 33-Jährigen war Deutschland nicht fremd. Seine Mutter ist eine geborene Jacobsen, eine Nachfahrin deutscher Auswanderer. Und das Land seiner Vorfahren begeisterte ihn schon früh. Nach einem Schüleraustausch machte Daniel in der Nähe von Frankfurt eine Hotelfachlehre. Doch er wollte mehr: Im legendären Hotel Adlon in Berlin bekam der Deutsch-Kolumbianer die Möglichkeit, eine Kochausbildung zu absolvieren. Zurück in Kolumbien wollte er einfach eine gute Bratwurst essen - ohne Glück. Da reifte in ihm die Idee.

Natürlich nicht nur Metzger, es musste schon der Metzgermeister sein. Mit drei Ausbildungsberufen und einem Meistertitel in der Tasche kehrte Daniel Álvarez nach Kolumbien zurück.

Er kocht regelmäßig für einen kolumbianischen Millionär

Inzwischen produziert Daniel Álvarez jede Woche deutsche Bratwürste für den kolumbianischen Markt. Sie sind teurer als die heimischen Würste, aber auch deutlich besser. Der Metzger wird gebucht für Sport-, Schul- und Betriebsfeste, für einen kolumbianischen Multimillionär muss er regelmäßig kochen, - dessen Lieblingsgericht ist Bratwurst. Viele Bars in Bogotá haben inzwischen Daniels Würste auf der Karte. Auch Gustavo. In seiner Kneipe sind sie der Renner:

"Sie schmecken ganz anders als unsere Würste. Manche glauben, das seien Hot-Dog-Würste aber dann kommt das Aha-Erlebnis. Es sind deutsche Würste. Sie verkaufen sich sehr gut und schmecken klasse."

Daniel Álvarez überlegt jetzt eine Bar-Kette aufzumachen - irgendetwas zwischen Imbiss und Restaurant - Dani-Jack soll sie heißen. So nennen ihn seine Freunde.

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