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Tonart | Beitrag vom 17.07.2019

Kolumbianischer Sänger JuanesZwischen Schmachtfetzen und Friedensaktivismus

Von Burkhard Birke

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Juanes während seines Auftritts in Madrid am 9. Juli. Der Musiker trägt bei seinen Shows gern ordentlich auf, doch seine Texte haben oft politische Botschaften. (picture alliance / nordphoto / Alterphoto / Acero)
Juanes während seines Auftritts in Madrid am 9. Juli. Der Musiker trägt bei seinen Shows gern ordentlich auf, doch seine Texte haben oft politische Botschaften. (picture alliance / nordphoto / Alterphoto / Acero)

Der Sänger und Gitarrist Juanes ist in ganz Lateinamerika ein Superstar. Hier kennt man höchstens seinen Hit "La Camisa Negra". Bei seinem Konzert in Köln blieben ein paar Reihen leer, Burkhard Birke gefiel es dennoch.

Vielleicht war er ein wenig enttäuscht, dass das E-Werk in Köln nicht ganz ausverkauft war. Immerhin füllt der Superstar Juanes ("La Camisa Negra") in seiner Heimat Kolumbien riesige Stadien. Seiner Spiellaune hat das nicht geschadet, wie Burkhard Birke zu berichten weiß:

"Juanes war unglaublich gut drauf und hat alle großen Hits, unter anderem 'Camisa Negra', gespielt. Das Publikum konnte die Songs größtenteils mitsingen."

Für viele sei Juanes ein oberflächlicher Romantiker. Aber in seinen Songs geht Juanes oftmals tief und beschäftigt sich mit dem Thema Frieden in Kolumbien. So auch in seiner Eröffnungsnummer "A Dios Le Pido". In dem Song bittet Junaes Gott darum, dass sein Volk nicht so viel Blut vergießen möge.

Nun gibt es einen Friedensvertrag in Kolumbien. Ob Gott damit die Bitte von Juanes erhört hat?

"Kolumbien steckt in einer schwierigen Situation mit vielen Morden an Aktivisten, viel Ungerechtigkeit und Korruption", erklärt der Musiker. "Es ist nicht leicht aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Vielleicht müssen wir als Gesellschaft reifer werden, als Kolumbianer, als Brüder. Uns selbst erkennen und viele der offenen Wunden heilen."

Mit einer Stiftung den Friedensprozess in Kolumbien fördern

Seit 20 Jahren engagiert sich Juanes mit einer eigenen Stiftung für den Friedensprozess in seinem Land. Vor allem um die Kinder, die Opfer der gewaltsamen Auseinandersetztungen werden, kümmert sich die Stiftung.

Trotz einiger leerer Reihen in Köln war das Publikum begeistert von Juanes: "Die Leute, die da waren, haben richtig mitgesungen, die sind mitgegangen", berichtet Burkhard Birke. "Juanes ist einer, der richtig Partystimmung machen kann. Er hat keinen seiner großen Hits ausgelassen. Es war eine perfekt inszenierte Show und ein gelungener Auftritt."

Das nächste Album von Juanes soll im November erscheinen. Es soll ein Partyalbum werden, eines zum Tanzen. Gleichzeitig arbeitet Juanes an einer weiteren Platte mit ruhigeren Songs. Das ginge bei ihm stets nach Phasen, erklärt er. "Es gibt vieles im Inneren, was man verarbeiten, was man heilen muss." Das kanalisiere er am liebsten in seiner Musik.

(aba)

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