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Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 22.11.2019

Kohleausstieg und die FolgenEin Fossil am Ende

Moderation: Annette Riedel

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Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben ein Banner mit der Aufschrift - Abschalten - an einem Turm des RWE-Braunkohlekraftwerks Neurath aufgehängt und ein rotes Kreuz aufgemalt.  (imago/Manngold)
RWE Turm mit Banner "Abschalten" von Greenpeace (imago/Manngold)

Will die Bundesregierung ihre Klimaschutz-Ziele erreichen, muss Deutschland zügig raus aus der Kohle. Die anstehenden Herausforderungen für die Kohleregionen sind gewaltig: Klimaschutz, Beschäftigung und Energiesicherheit müssen unter einen Hut.

Deutschland hat sich bis zum Jahr 2030 als Klimaschutzziel gesetzt, die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent gegenüber den Werten von 1990 zu reduzieren. Bis 2050 ist das Ziel: Klimaneutralität. Das ist nur mit einem möglichst schnellen Ausstieg aus der Kohle möglich.

Immer noch stammen 38 Prozent des deutschen Stroms aus der Kohleverbrennung, die erhebliche Gefahren für Klima und Umwelt mit sich bringt: CO2-, Feinstaub- und Schwermetallausstöße verschmutzen die Luft, massive Eingriffe in Natur und Landschaft sowie ein hoher Verbrauch von Grundwasser gefährden Flora und Fauna und bedrohen damit unsere Lebensgrundlage.

Im Januar 2019 traf die von der der Bundesregierung eingesetzte Kohle-Kommission eine weitreichende Entscheidung für den Klima- und Umweltschutz: Spätestens 2038 soll das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Die Kraftwerke sollen nicht abgeschaltet werden, weil sie schon jetzt unrentabel sind oder weil weltweit etwa die Kohle knapp würde, sondern tatsächlich aus klimapolitischen Gründen. Aktuell wird an der entsprechenden gesetzlichen Umsetzung gefeilt.

Kohleausstieg kommt zu spät. Oder zu früh?

Die Kritik am beschlossenen Kohleausstieg ist nicht verstummt. Während die einen fordern, dass der Ausstieg deutlich früher kommen müsse (spätestens 2030), warnen die anderen vor Jobverlust, hohen Strompreisen und dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.

Können erneuerbare Energiequellen - Sonne, Wasserkraft, Erdwärme, Wind oder Biomasse - den Wegfall des Kohlestroms verlässlich kompensieren? Wird ohne deutschen Kohle-Strom in Europa insgesamt weniger CO2 ausgestoßen? Oder verlagert sich die Stromproduktion nur und wir müssen mehr Kohlestrom aus Polen und mehr Atomstrom aus Frankreich importieren? Welche Maßnahmen sind für einen gelingenden Strukturwandel in den betroffenen Regionen in Deutschlands notwendig, und werden nicht nur Jobs verlorengehen, sondern auch neue entstehen? 

Es diskutieren:

Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson, Leiterin des Fachgebiets Elektrische Energieversorgung unter Einsatz Erneuerbarer Energien, Technische Universität Darmstadt
Prof. Dr. Bernd Hirschl, Forschungsfeldleiter und Themenkoordinator "Klima und Energie", Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung, Berlin
Dr. Felix Christian Matthes, Öko-Institut, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik, Energie & Klimaschutz

Dieser Wortwechsel wurde beim "Herrenhäuser Forum Mensch-Natur-Technik", bei einer öffentlichen Veranstaltung der Volkswagen-Stiftung, im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen in Hannover aufgenommen.

Wortwechsel

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