Kölner Sammlerfamilie verschenkt wertvolle Mozart-Briefe

    Johann Wolfgang Amadeus Mozart als Kind, ca. 1765.
    Johann Wolfgang Amadeus Mozart als Kind © imago / United Archives
    Ein Vierjähriger sitzt am Tisch, taucht die Feder ins Tintenfass und komponiert ein Klavierkonzert. Sein Vater prüft die Komposition - und bricht angesichts des Könnens seines Sohnes in Tränen aus. Aber das Stück ist extrem schwer, auch der junge Komponist Wolfgang Amadeus Mozart kann es nicht spielen. Diese Szene schildert ein Freund der Mozart-Familie in einem Brief. Die Original-Handschrift gehört zu den zwölf Autographen, die die Internationale Stiftung Mozarteum in Salzburg von einer Kölner Sammlerfamilie fast komplett geschenkt bekommen hat.
    "Diese Sammlung hätten wir nicht kaufen können", sagt der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Mozarteum, Ulrich Leisinger. Jede einzelne Seite von Mozart koste auf dem Markt rund 100.000 Euro. Ihm zufolge sind einige Dokumente besonders wertvoll. In einem Brief schildet der junge Mozart einer Gönnerin seine Geldnöte: "Ich kann izt nicht zahlen, nicht einmal die hälfte!". Dass das Musikgenie (1756-1791) immer wieder finanzielle Sorgen hatte, ist bekannt. Das lag weniger an mangelnden Einnahmen als an großen Ausgaben. Die Stiftung besitzt die weltweit größte Sammlung an originalen Schriftstücken der Mozarts. Sie umfasst mehr als die Hälfte aller bekannten Schriftstücke der Mozart-Familie, darunter etwa 200 Originalbriefe Mozarts.