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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 29.12.2013

KlaviermusikVollendet – unvollendet?

Die Sinfonie h-Moll und andere sinfonische Fragmente von Franz Schubert

Gast: Peter Gülke; Moderation: Michael Dasche

Denkmal für den österreichischen Komponisten Franz Schubert (1797-1828) im Stadtpark in Wien (picture alliance / dpa / Beate Schleep)
Denkmal für den österreichischen Komponisten Franz Schubert (1797-1828) im Stadtpark in Wien (picture alliance / dpa / Beate Schleep)

Franz Schuberts tragisch frühes Ende brach eine fantastische Entwicklung ab, denn gerade in seinem Todesjahr 1828 gibt es eine Fülle großartiger, neue Perspektiven eröffnender Werke. Dazu gehören die drei letzten Klaviersonaten des Künstlers, unter denen die in A-Dur die lichteste und utopischste Konzeption verkörpert: sanfte Träume von besseren Welten, die sich dennoch – und darin besteht Schuberts Realismus – nie an den Leerstellen und Bedrängnissen des menschlichen Lebens vorbeimogeln.

Es ist gerade die Vielschichtigkeit und manchmal auch Vieldeutigkeit dieses – auch in seiner zeitlichen Ausdehnung groß gedachten und weiträumigen – Werkes, aus dem besondere Herausforderungen für die Pianisten erwachsen. Die Sonate ist kein Stück für virtuose Einsteiger; leeres Passagengeklingel und theatralische Vorführeffekte sind ihr fremd.

Stattdessen bedarf sie einer philosophischen Vertiefung, die auch technisch befähigten Interpreten erst mit der entsprechenden Lebenserfahrung zuwächst. Pianisten wie Alfred Brendel oder Radu Lupu, die auch in Jürgen Ottens Beispielen eine tragende Rolle spielen, haben nicht mit Schubert begonnen, sondern sind an ihn herangewachsen. So darf man in dieser Sendung nicht nur knapp zwei Stunden wunderbarer Musik, sondern auch musikalisierte Weltanschauungen erwarten und erleben.

Interpretationen

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