Klassizismus à la Russe

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky © AP Archiv
Gast: Michail Gurewitsch; Moderation: Julia Smilga · 30.10.2011
Die Streicherserenade ist ein Produkt des für Tschaikowsky schöpferisch überaus fruchtbaren Jahres 1880. In jenem Jahr vollendete er sein 2. Klavierkonzert und schrieb noch zwei weitere Werke, die bis heute zu seinen populärsten gehören: das "Capriccio Italien" und die Ouvertüre solennelle "1812".
Anton Rubinstein soll die Streicherserenade während der Proben zur Moskauer Erstaufführung am 12. Juni 1882 sogar als Tschaikowskys bestes Stück bezeichnet haben. Die Komposition gehört zu den optimistischen Werken des Komponisten, alle vier Sätze stehen in Dur.

Tschaikowsky experimentierte darin mit traditionellen Formen und Strukturen, schuf Bezüge zwischen der russischen Musiksprache mit ihren Anleihen aus Volksliedern und der gehobenen Serenadenmusik des 18. Jahrhunderts. Nicht zuletzt ist die Serenade auch eine Hommage an Mozart, dem Lieblingskomponisten Tschaikowskys.