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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.09.2018

Klassik-Open-Air-Konzert in ChemnitzMit Beethoven gegen Rechts

Stefan Lang im Gespräch mit Britta Bürger

6000 Leute hören Beethovens Neunte Symphonie auf dem Theaterplatz in Chemnitz (dpa)
6000 Leute hören Beethovens Neunte Symphonie auf dem Theaterplatz in Chemnitz (dpa)

Nach dem Rockkonzert gegen Rechts gab es jetzt Klassik in Chemnitz. Unter dem Motto "Gemeinsam stärker - Kultur für Offenheit und Vielfalt" wurde Beethovens Neunte auf dem Theaterplatz gegeben. Zu dem Gratis-Konzert kamen um die 6000 Menschen und die Stimmung war überwältigend.

Grade wenn man vorher noch durch die Stadt lief, wo eine "Pro Chemnitz"-Demonstration mit starkem Polizeiaufgebot stattfand, sei die Atmosphäre einzigartig gewesen, meint Musikredakteur Stefan Lang: "Diese 6000 Menschen auf dem Theaterplatz, die wie eine Gemeinschaft zusammen saßen und mit dieser Beethovenschen Kraft zusammen geschweißt wurden - das ist ganz phänomenal gewesen."

Guillermo García Calvo, Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz, steht nach der Aufführung von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 vor seinem Orchester (dpa) Guillermo García Calvo, Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz, steht nach der Aufführung von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 vor seinem Orchester. (dpa)

Auch das Wetter wollte teilhaben an dieser magischen Stimmung. "Im letzten Satz, dem Vokalsatz, Schillers "Ode an die Freude" hat der Regen plötzlich, als die Stimmen einsetzten, aufgehört. Es war wie eine göttliche Eingebung, die den Platz erfasste", berichtet Lang. Ein buntes, gemischtes Publikum habe Beethoven erleben wollen. 

Der Geist von Stefan Heym wurde aktiviert

Die Aufführung begann mit einer Performance des Chemnitzer Figurentheaters. Der vor siebzehn Jahren verstorbene Schriftsteller Stefan Heym, der in Chemnitz geboren wurde, saß als Puppe auf der Bühne und erzählte, wie es ist, für eine Utopie zu streiten und zu kämpfen. "Das ist ein ganz toller Einfall gewesen, diesen Geist von Stefan Heym zu aktivieren", so Lang.

Schwitters, Chaplin und eine Botschaft

Danach wurden Gedichte von Kurt Schwitters vorgetragen und aus Charlie Chaplins "Der große Diktator" vorgelesen. "Und das dann vor dem vokalen Satz der Neunten - das hat die Leute gepackt und mitgerissen", erzählt Stefan Lang. Aber das Konzert hatte auch eine Botschaft: "Wir müssen alles dafür tun, dass diese Stadt wieder in einem ganz anderen Geist in der Welt erscheint. Das war die große Botschaft, die auch der Generalintendant Dittrich immer wieder vertreten hat", sagt Musikredakteur Stefan Lang.

Stefan Lang im Gespräch mit Guillermo García Calvo, Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz und mit Generalintendant Christoph Dittrich:

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