Serie "Klassik drastisch"

#44 Elena Kats-Chernin: "Wild Swans"

07:00 Minuten
Devid Striesow und Axel Ranisch
Devid Striesow und Axel Ranisch sind Klassik Drastisch. © Deutschlandradio / Dennis Pauls
Von Devid Striesow und Axel Ranisch · 25.06.2022
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Axel und Devid rollen den roten Teppich aus für eine zeitgenössische Komponistin - in Australien bereits ein Star - der sie in Deutschland noch mehr Aufmerksamkeit wünschen.
Er bewundere Kat-Chernin sehr dafür, so Axel, dass in ihrer Musik "so viel gleichzeitig existieren darf, serielle Musik, Dissonanzen, Avantgarde, neben einer Lust an Bewegung an Tanz, an der Melodie, an der Sinnlichkeit". Er erzählt wie er sie vor einigen Jahren sehr gut kennengelernt habe, bei der gemeinsamen Arbeit an einer Oper, für die er das Libretto schrieb. Das Werk, das er von ihr ausgesucht hat für diese Folge, ist ein Ballett mit dem Titel "Wild Swans" und bezieht sich auf das gleichnamige Märchen ("Die wilden Schwäne") von Hans Christian Andersen. Hauptfigur ist das Mädchen Elisa, deren elf Brüder von einer Hexe zu Schwänen verwandelt werden. Nur durch das unermüdliche Weben von Hemden aus Brennnesseln kann sie die Brüder schließlich retten.
Die Arie der Elisa sei inzwischen überall zu hören, stellen die Klassik-Nerds fest, "als Techno-Remix oder bei Lang Lang als Zugabe". "Zuletzt ist sie mir sogar bei REWE begegnet, als da die Sonderangebote durchgesagt wurden!" erinnert sich Axel. Devid interessiert sich für den Lebensweg der Komponistin: "Sie ist ja in Taschkent geboren! Da kam meine erste Brieffreundin her." Nach Stationen in Moskau und Sydney, wohin die Familie auswanderte als Kats Chernin 17 Jahre alt war, landete die Komponistin schließlich in Hannover. "Bei Helmut Lachenmann", erzählt Axel, "das muss ein Kulturschock gewesen sein!". Devid will in den "Wilden Schwäne" allerdings einen Einfluss aus dieser Zeit entdecken: "Die Hexe, die hat doch was von ihm!"
Insgesamt wünschen sich die Klassik-Nerds, dass die Werke von Elena Kats-Chernin in Deutschland mehr gespielt werden. Devid erinnert an ihre vielen Zusammenarbeiten mit Andrea Breth am Burgtheater. "Aber sie hat Konzerte geschrieben, ein Cembalo-Konzert, ein Konzert für acht Kontrabässe", wendet Axel ein, "der ganze Kram, der gehört auf die Konzertbühnen auch in Deutschland!"
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