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Interview / Archiv | Beitrag vom 25.06.2015

Kinospot zur deutschen Einheit"Zu fett und zu süß"

Dani Levy im Gespräch mit Katja Schlesinger und Frank Meyer

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(picture alliance / dpa / Georg Wendt)
Der Regisseur Dani Levy versteht viel von Komödien, wie zum Beispiel sein Film "Alles auf Zucker" beweist (picture alliance / dpa / Georg Wendt)

Im Auftrag des Bundespresseamtes wurde der Werbefilm "25 Jahre Freiheit und Einheit" produziert, der in den kommenden Wochen in deutschen Kinos zu sehen sein wird. Regisseur Dani Levy kritisiert darin das Pathos – und erkennt sogar Komödienpotential.

Dani Levy musste erst einmal lachen, wie er sagt: Denn er wusste zunächst nicht, ob es in dem einminütigen Film um die Deutsche Bank oder um Deutschland gehe.

Auf den zweiten Blick habe er den Spot "teilweise richtig ärgerlich" gefunden. Die Einheit sei zum Beispiel kein Geschenk, wie es im Text heiße, sondern erkämpft. Nach Überzeugung des Regisseurs muss sie auch nicht beworben, sondern könnte vielmehr gefeiert werden.

Als besonders störend empfand Levy das Pathos: "Da gibt es Lacher, das kann ich Ihnen garantieren. Das hat definitiv Komödienpotential."

Ähnliches passiere auch manchmal bei Spielfilmen, in denen man "einfach zu dick aufkleistert", so Levy: "Man muss immer gucken, wie viel Butter und wie viel Marmelade auf dem Brot ist. Es kann wirklich schnell zu fett und zu süß sein."

Den populären Ansatz könne er gleichwohl verstehen, sagte der Filmemacher. Deutschland habe aber eine etwas individuellere und originellere Herangehensweise verdient.

Mehr zum Thema:

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(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 19.12.2014)

25 Jahre Mauerfall - Wie weit ist die Deutsche Einheit?
(Deutschlandfunk, Kontrovers, 03.11.2014)

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