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Vollbild | Beitrag vom 11.07.2020

Kinokolumne Top FiveDie besten Filme mit "Star Trek"-Star Patrick Stewart

Von Hartwig Tegeler

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Ausschintt aus der Serie "Star Treck: Picard": Captain Jean-Luc Picard gespielt von Patrick Stewart. (imago images / Prod.DB)
Nach einem knappen Vierteljahrhundert Pause von der "Enterprise" kehrte Patrick Stewart wieder zurück als Raumschiff-Kapitän Jean-Luc Picard. (imago images / Prod.DB)

Er ist der Sohn einer Weberin und eines Soldaten - Patrick Stewart selbst ging mit 19 Jahren ans Theater. Weltberühmt wurde er ab 1987 als Captain Jean-Luc Picard in der "Star Trek"-Serie. Jetzt wird er 80 Jahre alt - ein Streifzug durch sein Werk.

Platz 5 - "Star Trek: Der erste Kontakt" von Jonathan Frakes (1996)

Shakespeare ist immer mit an Bord, wenn er die Brücke der Enterprise betritt. Dabei gibt Patrick Stewart dem Kino-Science-Fiction-Helden aus dem Star-Trek-Kosmos Tiefe. Ungewöhnlich fürs Genre. Einst wurde Captain Picard von den Borg, Hybridwesen aus Mensch und Maschine, gefangen genommen. Sein Ruf ist beschädigt, das Flottenkommando traut ihm nicht mehr, weil die Chefs befürchten, dass Picard bei einer erneuten Begegnung mit den Borg versagen könnte, denn Picard hat nicht nur Angst vor ihnen, sondern spürt auch eine Faszination für die fremden, kybernetischen Wesen. Diesen Zwiespalt zwischen Abscheu und nahezu erotischer Anziehung spielt Patrick Stewart in einer Intensität, die der Herkunft aus der Royal Shakespeare Company alle Ehre macht.

Platz 4 - "Lady Jane – Königin für neun Tage" von Trevor Nunn (1986)

Durch das Chaos, das der Tod Heinrich VIII. auslöst, wird Lady Jane von den Intriganten am Hof quasi auf den Thron gestoßen - für anderthalb Wochen. Dann der Tod auf dem Schafott. Patrick Stewart spielt den Vater der unglücklichen Königin, der am Ende versucht, ihr zu helfen. Doch der Aufstand, den er anzettelt, besiegelt erst recht ihren Tod. Auch das ist eine Kunst von Patrick Stewart, die er in diesem Kostümdrama beweist: Er spielt seine Nebenrolle, den "supporting act", wohl wissend, dass es seine Aufgabe ist, Helena Bonham Carter in ihrer Rolle als Königin Jane zu unterstützen.

Platz 3 - "Fletchers Visionen" von Richard Donner (1997)

Hier muss Superstar Mel Gibson mächtig auf die Tonne hauen, um einem schauspielerischen Pfund wie dem von Patrick Stewart – in einer Nebenrolle – das Wasser reichen zu können. Als Chef eines Projekts für Gedankenkontrolle machte Stewart in einer Mischung aus Zynismus, Hinterhältigkeit, Manipulationskunst und Brutalität ziemliche Angst. Auch "das Böse" kann Stewart sehr gut auferstehen lassen.

Platz 2 - "Star Trek: Picard" (Serie – 2020)

Nach einem knappen Vierteljahrhundert Pause von der "Enterprise" kehrt er wieder zurück als Raumschiff-Kapitän Jean-Luc Picard. Viele Motive aus der alten TV- und Kino-Serie werden zitiert. Und Picard ist inmitten der neuen, jungen Crew in seinem Element. Vor allem aber beharrt der alte Raumfahrer auf Toleranz und Humanität. Ein wunderbarer Relaunch also der traditionsreichen Star-Trek-Mythen mit einem alt gewordenen Patrick Stewart. Der schaut verschmitzt auf die Jungen mit ihren Unzulänglichkeiten. Selbige, die Unzugänglichkeiten, hat er ja – vielleicht! – schon hinter sich gelassen.

Platz 1 - "Logan – The Wolverine" von James Mangold (2017)

Im Spin-off der "X-Men"-Film-Serie haben die Mutanten ausgedient in der Menschen-Welt, die das Abweichende – dafür standen sie – ausrotten wollen. Wolverine und Charles Xavier – Hugh Jackman und Patrick Stewart – sind zurückgeblieben, gejagt und verfolgt. Xavier, der einstige Mutanten-Lehrer im Rollstuhl, hat keine Kontrolle mehr über seine machtvollen telepathischen Kräfte, sie müssen mit Psychopharmaka gebändigt werden.

Und dann ist da die schuldhafte Vergangenheit, dass Xavier mit seinen Kräften getötet hat. "Logan" ist ein melancholisches Werk über das Altern, die Vergänglichkeit und die Begegnung mit dem Tod. Patrick Stewart als Xavier lässt die Comic-Ursprünge der "X-Men"-Figur vergessen und eher an Shakespeare und dessen Aphorismus denken: "Sei fest bereit zu sterben, denn Tod und Leben, beides wird dadurch süßer." Den hilflosen Mutanten im Rollstuhl am Ende seines Lebens macht der alte Shakespeare-Schauspieler Patrick Stewart zu einer großen Kino-Figur.

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