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Kompressor | Beitrag vom 03.07.2018

Kinofilm "Match me if you can"Sex in Zeiten von Tinder und Co.

Rudi Gaul im Gespräch mit Max Oppel

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Filmszene aus "Match me if you can" mit Juliane Köhler: Sie hält ein Smartphone mit ausgestrecktem Arm von sich und versucht, ein Foto von sich mit Kussmund zu machen. ( Concorde Filmverleih GmbH / Marc Reimann)
Eine geschiedene Karriere-Mutter, gespielt von Juliane Köhler, begibt sich in "Match me if you can" auf Dating-Tour. ( Concorde Filmverleih GmbH / Marc Reimann)

"Match me if you can" ist die Kino-Komödie für das Tinder-Zeitalter: Regisseur Rudi Gaul hat Dating und Sex in Zeiten von Social Media in den Fokus genommen. Und sich von einem Stück inspirieren lassen, mit dem Arthur Schnitzler 1920 einen Theaterskandal auslöste.

"Match me if you can" heißt die neue Gesellschafts-Satire von Rudi Gaul, die im August in die Kinos kommt. Sie beschäftigt sich mit Sex in Zeiten von Dating-Apps wie Tinder. Jeder landet mit (fast) jedem im Bett, 20-Jährige auf Sinnsuche genauso wie 50-Jährige mit Familie. Und alle starren ständig auf ihre Smartphones. 

Gaul hält die Diskrepanz zwischen dem realen Leben und dem, was Menschen anderen in sozialen Netzwerken vorgaukeln, für den perfekten Komödienstoff. "Ich glaube, dass dieser gesellschaftliche Druck, uns in Online-Medien perfekt zu geben, eigentlich nur zu einer großen Verunsicherung im realen Leben führen kann", sagt Gaul. Er beobachte das selbst, wenn er in sozialen Netzwerken unterwegs sei. "Man merkt einfach das Gefühl, wenn die User um einen herum von ihren Erfolgen im Leben posten: Da muss ich mitmachen und wenn ich das nicht tue, dann werde ich gar nicht mehr wahrgenommen."

Bei Schnitzler war der Sex wenigstens Genuss

Er hat sich für seinen Film von Arthur Schnitzlers "Reigen" inspirieren lassen, ein Stück, in dem die Sex-Partner reichlich frei getauscht wurden. Der Unterschied: Während Schnitzlers Figuren ihren Beischlaf genießen, sind die modernen Pärchen nicht so glücklich. Schnitzlers Struktur habe ihn interessiert, sagt Gaul. "Weil sie den Augenmerk auf den flüchtigsten Moment der Beziehung legt, nämlich den körperlichen Akt." Er habe sich gefragt, wie der wohl aussehe in Zeiten von Social Media, welche Komplexe die Menschen hinter ihren perfekten Netzwerk-Profilen verbergen. 

Fazit

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