KI-Vorwürfe: Kontroverse in Frankreich um Bestseller von kanadisch-haitianischem Autor

    Der in Haiti geborene Quebecer Schriftsteller, Dichter und Romanautor Thélyson Orélien.
    Thélyson Orélien © AFP / JOEL SAGET
    In Frankreich ist eine Kontroverse um den aus Haiti stammenden Schriftsteller Thélyson Orélien und seinen ersten Roman entbrannt. Laut verschiedenen Medien gibt es Vorwürfe, der Autor habe das Buch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz verfasst. Der Roman "C’était ça ou mourir“ ist einer der großen Erfolge der diesjährigen Literatursaison. Er ist für mehrere Preise nominiert, darunter der Prix Goncourt, und erhielt am Montag den FNAC-Romanpreis. Der kanadisch-haitianische Autor Orélien erzählt die Geschichte eines Lehrers, der aus seiner von Bandenkriegen heimgesuchten Heimat flieht und nach einer Odyssee durch viele Länder schließlich in Kanada landet. Ausgelöst wurde die Kontroverse durch einen anonymen Account im sozialen Netzwerk X. Dort wird behauptet, das Buch sei "fast vollständig“ von einer KI verfasst worden. Der Account gibt an, eine Software zur Analyse von Texten mit Namen "Pangram" verwendet zu haben. Der Zeitung Le Monde gelang es nicht, herauszufinden, wer hinter dem Account steckt. Frankreichs Literaturwelt streitet nun über die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe. Der Autor und sein Verlag Grasset wiesen diese zurück. Thélyson Orélien sagte der Zeitung Libération, er sei wütend. Ein Verantwortlicher von Grasset stellte die Frage in den Raum, ob die Konkurrenz dem 38-jährigen Autor schaden wolle.