KI-verdächtige Kurzgeschichte gewinnt den Commonwealth-Preis

    Eine Roboterhand und eine menschliche Hand reichen einander zugewandt aus einer Reihe Rahmen heraus.
    Wer hat's geschrieben? Mensch oder KI? Der Fall einer Kurzgeschichte beim Commonwealth-Preis löst eine Debatte aus. © Getty Images / Andriy Onufriyenko
    Im Internet wurde Jamir Nazir vielfach vorgeworfen, dass er seine Kurzgeschichte mit Hilfe einer KI geschrieben hat. Die Jury des "Commonwealth short story prize" sah das anders und krönte "Die Schlange im Hain" mit einem Preis. Bereits Mitte Mai zog der Text die Aufmerksamkeit auf sich, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet. Damals gewann der trinidadische Schriftsteller den karibischen Regionalwettbewerb des Commonwealth-Preises. Es gebe "offensichtliche Anzeichen" für den Einsatz von KI urteilten Kritiker auf den Plattformen Bluesky und X. Als Beleg zitierten sie ungewöhnliche Sätze wie „Sie hatte eine Art zu gehen, die Bänke zu Männern werden ließ“. Ein Softwareüberprüfung soll ebenfalls zu diesem Urteil gekommen sein. Die Jury ließ sich daraufhin von Jamir Nazir Arbeitsentwürfe, Gliederungen und die Spuren des künstlerischen Schaffensprozesses vorlegen. Sie entschied, dem Autor zu glauben. Die Kurzgeschichte "Die Schlange im Hain" sei "originell, poetisch und zutiefst bewegend". Die Zweifler überzeugte das nicht, in den Sozialen Medien reagierten sie mit Enttäuschung.