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Konzert / Archiv | Beitrag vom 25.06.2021

Kent Nagano und das Deutsche Symphonie-Orchester BerlinMit dem jungen Schubert in die Ferien

Moderation: Volker Michael

Kent Nagano steht vor einer getäfelten Wand und blickt in Abendgarderobe in die Kamera. (Kent Nagano / Sergio Veranes)
Der Dirigent Kent Nagano kommt regelmäßig zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zurück. (Kent Nagano / Sergio Veranes)

Frühe Werke bekannter Komponisten spielt das DSO Berlin zum Saisonende. Der ehemalige Chefdirigent Kent Nagano hat eine Jugendsinfonie von Franz Schubert und Paul Hindemiths provokante Kammermusik Nr.1 programmiert. Der junge Seong-Jin Cho spielt Beethoven.

Darauf freuen sich die Musikerinnen und Musiker des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin immer wieder: Wenn ihr ehemaliger Chefdirigent Kent Nagano, der von 2000 bis 2006 amtierte, zurückkehrt, um ein Konzert zu leiten. Für dieses Konzert ist es wieder so weit.

Saisonabschluss mit jugendlicher Musik

Dieses Programm bringt den lang geplanten Saisonabschluss des Orchesters. Das Programm bietet ein versöhnliches und zugleich nicht so alltägliches Programm. Das endet mit der dritten Sinfonie Franz Schuberts, die als "Italienisch" empfunden wird - Schubert war ebenso wie die Zeitgenossen im Rossini-Rausch.

Ein ganz junger Solist wird das zweite Klavierkonzert Ludwig van Beethovens spielen: Seong-Jin Cho.

Ein junger Pianist Seong-Jin Cho steht vor einem Klavier in einem Konzertsaal, im Hintergrund eine Orgel. (Seong-Jin Cho / Holger Hage)Der Pianist Seong-Jin Cho studierte Klavier am Pariser Konservatorium. (Seong-Jin Cho / Holger Hage)

Der koreanische Pianist ist ein wenig älter, als Beethoven war, als er dieses Klavierkonzert komponiert hatte. Spätestens seit 2015, als er in Warschau den legendären Chopin-Wettbewerb mit einem ersten Preis gewann, ist die Musikwelt auch in Europa auf den aus Seoul stammenden Musiker aufmerksam geworden.

Stilmix und Stilsuche nach dem Ersten Weltkrieg

An den Beginn hat Kent Nagano ein Stück gesetzt, das in normalen Sinfoniekonzerten sehr selten auftaucht – die erste Kammermusik aus dem Jahr 1922 von Paul Hindemith. Der Komponist war damals 27 Jahre alt. Das Werk steckt voller provozierender Stilzitate und Mischungen, die den Menschen damals, so kurz nach Krieg und Revolutionen die Haare zu Berge stehen ließen.

Vier Sätze hat diese Kammermusik op. 24 Nr. 1 – zwei rasante Abschnitte zu Beginn und am Schluss, dazwischen lange melodische Linien, die melancholisch anmuten. Ironie und Vorwärtsdrängen sind ihre meist bestechenden Wesenszüge. Eine Art Stilcollage pflegt Hindemith in ihnen. Kent Nagano begreift diese Vielfalt als zeittypisch, die aber bis heute eine große Relevanz besitze.

Unsere Mikros, Ihre KonzerteLive aus der Philharmonie Berlin

Paul Hindemith
Kammermusik Nr. 1 für zwölf Soloinstrumente op. 24, 1

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19

Franz Schubert
Symphonie Nr. 3 D-Dur D 200

Seong-Jin Cho, Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Kent Nagano

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