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Rang I | Beitrag vom 02.07.2016

Kasper König zum Volksbühnen-Streit"Chris Dercon ist ein guter Kerl"

Moderation: Susanne Burkhardt

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 Chefkurator Kasper König steht am 18.06.2014 vor der Eremitage in St. Petersburg, Russland (dpa / Ulf Mauder)
Kunstkurator Kasper König gehört zu den Unterzeichnern eines Offenen Briefes, in dem Vertreter der internationalen Kunst- und Museumsszene Chris Dercon verteidigen. (dpa / Ulf Mauder)

In den Streit um die Volksbühne Berlin haben sich jetzt Kunst- und Museumsmacher eingemischt: Sie ergreifen in einem Offenen Brief Partei für den künftigen Intendanten Chris Dercon. Mitunterzeichner Kasper König warnte vor einer Vorverurteilung Dercons.

Im Streit um die Leitung der Volksbühne Berlin, hat Kasper König, langjähriger Leiter des Museums Ludwig in Köln und Kurator der Manifesta 10 in St. Petersburg, den künftigen Intendanten Chris Dercon gegen Kritik verteidigt. Er kenne Chris Dercon seit gut 35 Jahren, sagte König im Deutschlandradio Kultur:

"Das ist aber ein guter Kerl, der auch wirklich offen ist für neue Dinge und auch mit Risikobereitschaft und mit Solidarität Dinge anpackt."

Chris Dercon ist keine "neo-liberale Kunstweltfigur"

König warnte in Bezug auf Chris Dercon vor einer Vorverurteilung:

"Man darf nicht diesen Eindruck erwecken: Jetzt kommt da so ein Manager-Typ, der also eine neo-liberale Kunstweltfigur ist und jetzt Sauce über alles gießt. Das ist eben wirklich ein Totschlag-Argument. " 

Wenn man Dercon nicht kenne und nicht wisse, wofür er einstehe, könne er möglicherweise einen irreführenden Eindruck erzeugen, meinte König. Etwa in der Art und Weise:

"Hallo, jetzt komme ich. Und wo ist denn hier ein Oscar zu verteilen. Und alle kriegen einen Oscar und so. Das ist natürlich für Theaterleute erst einmal befremdlich."

Peymann ist ein "abgehalfterter Theater-Fritze"

Seiner Auffassung nach sollte man Dercon als Intendanten erst einmal agieren lassen, sagte König:

"Und insofern finde ich den Brief  von Okwui Enwezor sehr, sehr gut. Und ich finde es auch gut, dass er gar nicht eingeht auf irgendwelche Invektiven von einem abgehalfterten Theater-Fritzen, der einmal großartig war: Herrn Peymann. Der einfach nur über alles lästert und sich in politische Dinge einmischt statt seine eigene Arbeit zu machen."

Kasper König gehört zu den 25 Mitunterzeichnern eines gestern veröffentlichten Offenen Briefes, in dem Prominente der Internationalen Kunst- und Museumsszene Partei für Chris Dercon ergreifen. Der Brief wurde von Okwui Enwezor, dem Leiter des Hauses der Kunst in München, und dem dortigen Chefkurator Ulrich Wilmes initiiert.

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