Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 12.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview / Archiv | Beitrag vom 05.06.2007

Kardinal Lehmann mahnt Umsetzung der Milleniumsziele an

Bischofskonferenz fordert von G8 mehr Engagement für Afrika

Podcast abonnieren
Kardinal Karl Lehmann (AP)
Kardinal Karl Lehmann (AP)

Einen Tag vor Beginn des G8-Gipfels hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, kritisiert, dass die Milleniumsziele der Gipfelteilnehmer aus dem Jahr 2000 "noch lange nicht erreicht" seien. Es sei Zeit um eine Zwischenbilanz zu ziehen, sagte Lehmann im Deutschlandradio Kultur.

"Wir haben die Milleniumsziele aus dem Jahr 2000. Bis zum Jahr 2015 wollten die großen Staaten mit Hilfe von überprüfbaren Kriterien erreichen, dass Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung für alle Menschen zugänglich sind. Jetzt haben wir Halbzeit. Es ist eine wichtige Aufgabe des Gipfels zu fragen, ob überhaupt eine Chance besteht, einen Teil dieser Ziele bis 2015 zu erreichen."

Lehmann erinnerte daran, dass der Gipfel vor 30 Jahren geschaffen worden sei "als ein Organ des Austausches und der Information zwischen den Mächtigen und Verantwortlichen in der Welt". "Da muss man sich fragen, was bewegt werden kann." Immerhin kümmere man sich mittlerweile sehr viel mehr um Afrika. Es müsse jetzt ein neuer Aufschwung kommen, um diese Milleniumsziele durchzusetzen.

Was Darfur betreffe, schaue man seit Jahren tatenlos zu, mahnte der Mainzer Bischof. "Der Gipfel hat da eine Chance, eine Gemeinsamkeit herzustellen, die dann Aktion wird." Die Klimakatastrophe bezeichnete er als "eine sehr reale Bedrohung, die uns allen im Nacken sitzt. Es wäre ein Erfolg, wenn hier wirksame Schritte erreicht werden."

Im Unterschied zu den Vereinten Nationen könne die Gruppe der G8 "rascher und intensiver Beschlüsse" treffen und so ein Vorreiter sein. "Der Gipfel hat nur einen Sinn, wenn er Avantgarde ist im moralischen Sinn", sagte Lehmann. Bezüglich der gewaltsamen Proteste bezeichnete er es als traurig, "dass es nicht gelingt, die echten Anliegen von gewalttätigen Aktionen zu trennen." Er hoffe auf friedliche Proteste.

Interview

9. November 1938 Schicksalstag des Gedenkens
Rote Rosen liegen während eines Erinnerungsgangs zum Gedenken an die Ereignisse der Reichspogromnacht im November 1938 auf einem Mahnmal in Oldenburg.  (Hauke-Christian Dittrich/dpa/picture-alliance)

In zahlreichen Städten wird heute der Opfer der Pogrome am 9. November 1938 gedacht. Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus kritisiert die Aufmärsche von Rechtsradikalen an diesem Gedenktag. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur