Kanzlerkandidat der Union

    Laschet oder Söder - es kann nur einen geben

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    Die Unions-Politiker Armin Laschet und Markus Söder debattieren miteinander.
    Armin Laschet und Markus Söder bei einer Corona-Diskussion: Einer von beiden wird wahrscheinlich Angela Merkel im Kanzleramt beerben. © picture alliance / dpa / SvenSimon | Malte Ossowski
    Wolfram Weimer im Gespräch mit Korbinian Frenzel · 10.02.2021
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    Wer führt die CDU/CSU in die Bundestagswahl? Der Publizist Wolfram Weimer sieht einen "Schönheitswettbewerb um die Kanzlerkandidatur" zwischen Markus Söder und Armin Laschet. Und hat auch eine Theorie, wer diesen gewinnen wird.
    Die Unionspolitiker Armin Laschet und Markus Söder sind Protagonisten der Coronakrise. Laschet regiert Nordrhein-Westfalen, Söder Bayern. Der eine ist seit neuestem CDU-Chef, der andere schon etwas länger Vorsitzender der CSU. Und beide Politiker eint die Hoffnung, dass die kommende Bundestagswahl sie noch eine weitere Stufe hinauf katapultiert. Beide möchten der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden - auch wenn Söder das so noch nicht öffentlich artikuliert hat.
    Das Verhalten von Laschet und Söder "auf der Bühne der Pandemiebekämpfung" sei schon seit Monaten ein "Schönheitswettbewerb im Rennen um die Kanzlerkandidatur", sagt der Publizist Wolfram Weimer. Dabei verfolgen beide unterschiedliche Strategien. Söder habe von Anfang an die "Rolle des strengen Medizinalrats der Republik" eingenommen, Laschet sich beweglicher gegeben und eher für Lockerungen plädiert.

    Grundsätzlich sind beide "kanzlerfähig"

    Grundsätzlich hält Weimer beide Politiker für "kanzlerfähig". Was die Umfragen angehe, sei es Söder wesentlich besser gelungen, sich zu präsentieren, urteilt der Publizist. Söder sei ein "begnadeter Inszenierer". Er sei der demoskopische Gewinner, Laschet allerdings der machtpolitische: "Er hat den Parteitag der CDU hinter sich gebracht, er hat Friedrich Merz besiegt." Und es gebe in der CDU derzeit keine Bewegung, Söder zum Kandidaten auszurufen.
    Auch das "Merz-Lager" in der CDU habe sich nicht dementsprechend positioniert. Deswegen seien die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nun "die letzte Feuerprobe" für Laschet. "Wenn er die einigermaßen besteht, dann kommt Söder nicht an Laschet vorbei, dann wird meines Erachtens Laschet der Kanzlerkandidat der Union", sagt Weimer.

    Die Machtlogik wird Laschet auf das Schild heben

    Die nächste Regierung werde nach dem jetzigen Stand der Umfragen schwarz-grün sein, so der ehemalige Chefredakteur von Welt, Cicero und Focus. Und die Union stehe momentan so weit vor den Grünen, dass sie dann auch den Kanzler stellen werde. Vielleicht hätte sie mit Söder sogar noch bessere Chancen bei der Bundestagswahl, meint Weimer. Doch die Demoskopie werde in diesem Fall am Ende nicht gewinnen - sondern die "Machtlogik" in der Union.
    (ahe)
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