Kampagne will Schafkopf als bayerisches Kulturgut retten

In so manchem bayerischen Wirtshaus wird gekartelt - also Karten gespielt; aber nicht irgendein Spiel, sondern Schafkopf. Doch dieses Kulturgut ist bedroht, glaubt der Bayerische Landesverein für Heimatpflege - und startet eine Rettungsaktion: die Kampagne "Schafkopffreundliches Wirtshaus". Künftig soll eine wetterfeste Plakette vor der Tür signalisieren, dass die betreffende Gastronomie mitmacht und sogar Spielkarten bereitstellt. Auch online können sich die Wirte registrieren - auf der neuen Internetseite www.schafkopfwirt.de. Der Geschäftsführer des Landesvereins, Rudolf Neumaier, hofft auf viele Anmeldungen. Ihmzufolge gibt es derzeit viele Kartler, die einfach keine Bleibe finden. Dabei ist Neumaier überzeugt: "Schafkopfen verbindet Generationen und gehört zu Bayern wie die Brotzeit". Schafkopf war schon zur Entstehungszeit im 19. Jahrhundert vor allem in Wirtshäusern und Schenken zu Hause, wie der oberfränkische Bezirksheimatpfleger Günter Dippold betont. Nach seinen Erkenntnissen war das Spiel das Privatvergnügen der "kleinen Leute"; an Fürstenhöfen und vornehmen Salons wurde es eher nicht kultiviert.