Jury des Hauptstadtkulturfonds kritisiert politische Einmischung

Die Jury des Hauptstadtkulturfonds hat in einer öffentlichen Stellungnahme politische Einmischung in ihre Arbeit kritisiert. Im vergangenen Jahr soll ein Ausschuss, in dem der Bund und das Land Berlin vertreten sind, die Entscheidung der Jury, ein Projekt zu fördern, abgewiesen haben. Darüber berichtet heute die Berliner Morgenpost. Konkret ging es um das Projekt einer Literaturforscherin, palästinensische Literatur ins Deutsche zu übersetzen. Die Jury des Hauptstadtkulturfonds hatte dafür eine Förderung von 30.000 Euro empfohlen. Der Ausschuss von Bund und Land Berlin, der über die Mittelvergabe entscheidet, habe das Projekt dann zurückgestellt. Der Grund: das Projekt sollte sich neben palästinensischen auch israelischen Perspektiven widmen. Der Hauptstadtkulturfonds, der jährlich insgesamt 15 Millionen Euro vergibt, betonte in seiner Stellungnahme, unabhängige Jurys seien in der Kulturförderung kein symbolisches Beiwerk, sondern ein Schutz der Kunstfreiheit.