Jury der Venedig-Biennale will Länder mit Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs nicht berücksichtigen

Die Jury der Kunstbiennale von Venedig will bei der Preisvergabe keine Länder berücksichtigen, deren Staats- und Regierungschefs vom Internationalen Strafgerichtshof mit Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit konfrontiert sind. Die Jury unter dem Vorsitz der brasilianischen Kunsthistorikerin Solange Farkas nannte in einer Erklärung keine bestimmten Länder. Derzeit bestehen allerdings gegen Russlands Präsidenten Vladimir Putin und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Haftbefehle vom Internationalen Strafgerichtshof. Die Jury der Biennale berief sich bei ihrer Entscheidung auf ihr "Engagement für die Verteidigung der Menschenrechte. Die Biennalen-Leitung betonte unterdessen, die Jury handele "in voller Autonomie und Unabhängigkeit des Urteilsvermögens". Um die Kunstausstellung in Venedig, die am 9. Mai beginnt, gibt es schon länger Wirbel. Russland ist erstmals seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine wieder zugelassen. Die EU will der Biennale deswegen Zuschüsse in Millionenhöhe streichen.