Jüdische Gemeinde zu Berlin vor der Spaltung
Die Jüdische Gemeinde in Berlin ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mittlerweile stellen die russischsprachigen Mitglieder aus der ehemaligen Sowjetunion die Mehrheit in der Gemeinde dar. Viele Alteingesessene fühlen sich "untergebuttert" und erwägen nun die Gründung eines jüdischen Synagogen-Vereins.
Die Spaltungsdebatte wurde unter anderem vom ehemaligen Gemeindechef Albert Meyer angestoßen. Der Berliner Rechtsanwalt will eine neue Organisation für deutschsprachige Juden gründen, weil in der Hauptstadt-Gemeinde die osteuropäischen Zuwanderer dominieren - mittlerweile stammen 80 Prozent der rund 11.000 Mitglieder der Hauptstadt-Gemeinde aus der ehemaligen Sowjetunion.
"Das Schwergewicht ist jetzt in dieser Gemeinde russisch. Und das heißt, dass die Minderheit, eben die Alteingesessenen, die sind an die Wand gedrängt worden. Massiv an Wand gedrängt worden!"
Meyer klagt, die Zuwanderer hätten nur wenig Ahnung von der jüdischen Religion und versuchten, aus der Gemeinde einen "russischen Kulturverein" zu machen.
"Die haben natürlich eine ganz starke Bindung zu ihrer sowjetischen Heimat, auch was die Lieder angeht. Das ist ja verständlich, aber es darf nicht in so einem einseitigen Übergewicht sein. Es kann nicht sein, dass Gemeindeveranstaltungen stattfinden, da sitzen Deutschsprachige mit und es wird auf der Bühne nur auf Russisch gesprochen, gelegentlich wird mal was Deutsches übersetzt. Das kann’s nicht sein."
Grund für den Ex-Gemeindechef, nun zusammen mit dem Berliner Geschichts-Professor Julius Schoeps einen eigenen Synagogenverein ins Leben rufen zu wollen. Schoeps ist prominenter Verfechter einer liberalen deutsch-jüdischen Tradition, und bekannt für zuweilen scharfe Worte gegenüber den osteuropäischen Juden. So bezeichnete er schon mal in einem Buch die Nachkommen polnischer Flüchtlinge, die in den 70er und 80er Jahren in der Gemeinde das Sagen hatten, als "Spekulanten und Geschäftemacher". Im vergangenen Jahr trat Schoeps schließlich nach heftigen Streitereien aus der Gemeinde aus. Die beiden Initiatoren rechnen nun mit 300 bis 400 Sympathisanten, die sich ebenfalls von der zugewanderten Gemeindemehrheit absondern wollen und einem deutschen Synagogenverein beitreten würden.
"Das Schwergewicht ist jetzt in dieser Gemeinde russisch. Und das heißt, dass die Minderheit, eben die Alteingesessenen, die sind an die Wand gedrängt worden. Massiv an Wand gedrängt worden!"
Meyer klagt, die Zuwanderer hätten nur wenig Ahnung von der jüdischen Religion und versuchten, aus der Gemeinde einen "russischen Kulturverein" zu machen.
"Die haben natürlich eine ganz starke Bindung zu ihrer sowjetischen Heimat, auch was die Lieder angeht. Das ist ja verständlich, aber es darf nicht in so einem einseitigen Übergewicht sein. Es kann nicht sein, dass Gemeindeveranstaltungen stattfinden, da sitzen Deutschsprachige mit und es wird auf der Bühne nur auf Russisch gesprochen, gelegentlich wird mal was Deutsches übersetzt. Das kann’s nicht sein."
Grund für den Ex-Gemeindechef, nun zusammen mit dem Berliner Geschichts-Professor Julius Schoeps einen eigenen Synagogenverein ins Leben rufen zu wollen. Schoeps ist prominenter Verfechter einer liberalen deutsch-jüdischen Tradition, und bekannt für zuweilen scharfe Worte gegenüber den osteuropäischen Juden. So bezeichnete er schon mal in einem Buch die Nachkommen polnischer Flüchtlinge, die in den 70er und 80er Jahren in der Gemeinde das Sagen hatten, als "Spekulanten und Geschäftemacher". Im vergangenen Jahr trat Schoeps schließlich nach heftigen Streitereien aus der Gemeinde aus. Die beiden Initiatoren rechnen nun mit 300 bis 400 Sympathisanten, die sich ebenfalls von der zugewanderten Gemeindemehrheit absondern wollen und einem deutschen Synagogenverein beitreten würden.