Jüdische Akademie in Frankfurt am Main eröffnet

    Menschen gehen vor der Eröffnungsfeier an der Jüdischen Akademie in Frankfurt die Treppe hinauf.
    Der Zentralrat der Juden hat mit der Jüdischen Akademie in Frankfurt am Main eine neue, überregionale Bildungsstätte eröffnet © picture alliance / dpa / Pool AP / Michael Probst
    Sie soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt am Main ist die Jüdische Akademie eröffnet worden. Laut dem Zentralrat der Juden ist es die bundesweit erste überregionale, außeruniversitäre jüdische Bildungseinrichtung seit der Schoah und richtet sich an ein breites Publikum. Die geplanten Programme und Projekte beschäftigen sich beispielsweise mit Israel und dem Nahen Osten, mit jüdischer Geschichte und Kultur sowie mit dem gegenwärtigen Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa. Bundespräsident Steinmeier forderte in diesem Zusammenhang ein entschlossenes Einstehen gegen Antisemitismus. Laut Redemanuskript rief er Bürgerinnen und Bürger auf, nicht zu schweigen. Nach den Worten der Co-Direktorin der Akademie, Sabena Donath, werden derzeit Fragen von Sicherheit, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Solidarität vollkommen neu verhandelt, das Selbstverständnis der Akademie gehe darum in zwei Richtungen, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur: "Wir brauchen die Jüdische Akademie auch, um sichere Räume für innerjüdische Debatten neu aufmachen zu können, und gleichzeitig haben wir auch den Auftrag, in die Stadtgesellschaft, in die Bundesrepublik und auch nach Europa hinaus zu wirken." Donath kündigte ein vielseitiges Angebot an - von öffentlichen Veranstaltungen bis zu Fortbildungen für Lehrkräfte in Schulen, aber auch Polizei oder Justiz. Die Kosten für das Projekt in Höhe von rund 40 Millionen Euro werden laut den Angaben vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Zentralrat der Juden getragen.