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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.03.2019

Journalist zum Interviewabbruch von DFB-Präsident"Eine sehr eigene Art der Kommunikation“

Florian Bauer im Gespräch mit Axel Rahmlow

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DFB-Präsident Reinhard Grindel schiebt sich seine Brille zurecht. (pictures alliance / dpa / augenklick / firo Sportphoto)
Was war da los? DFB-Präsident Reinhard Grindel hat ein Interview mit der "Deutschen Welle" abgebrochen. (pictures alliance / dpa / augenklick / firo Sportphoto)

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat ein "Deutschen Welle"-Interview vorzeitig beendet. Die Fragen des Journalisten Florian Bauer nach der Klub-WM und der Global Nations League passten ihm offenbar nicht. Aus Bauers Sicht ist der Vorgang unverständlich.

"Sie fragen nicht offen. Sie versuchen, mir irgendwas in die Schuhe zu schieben", gibt sich DFB-Präsident Reinhard Grindel in einem Interview mit der "Deutschen Welle" empört – und bricht das Interview ab.

Die Fragen des Journalisten Florian Bauer nach der Klub-WM und der Global Nations League passten ihm offenbar nicht. Aus Sicht Bauers unverständlich: "Herr Grindel hat irgendwann vielleicht die Nerven verloren, warum auch immer."

"Das hat mich schon gewundert"

Die Behauptung Grindels, Bauer habe versucht, ihm etwas "in die Schuhe zu schieben", weist der Journalist zurück. Sie hätten sehr intensiv über das baldige Treffens des Fifa-Rats in Miami gesprochen, auch über eine mögliche Klub-Weltmeisterschaft und die Global Nations League.

"Und dann hat er das Gespräch abgebrochen. Man muss dazu wissen, dass er und ich uns sehr gut kennen, wir haben viele Interviews geführt in den letzten Jahren. Und da waren die meisten Interviews – glaube ich – deutlich konfrontativer und kritischer und schwieriger für den DFB-Präsidenten, weil es dort um deutlich mehr Punkte ging, für die er möglicherweise auch verantwortlich ist." Hier sei dies nicht der Fall gewesen.

"Insofern hat es mich gewundert, dass er tatsächlich dieses Interview beendet hat." Zumal bei seiner bisherigen journalistischen Arbeit die Möglichkeit, "sich auszutauschen und auch kritische Fragen zu stellen von Seiten des Fußballbundes ganz klar gegeben war". Dem DFB könne man daher wenig vorwerfen. "Aber insgesamt ist es schon so, dass Herr Grindel eben eine sehr eigene Art der Kommunikation hat und er häufig auch Alleingänge tätigt."

Die Themen des Interviews seien im Voraus abgesteckt worden. "Der Deutsche Fußballbund hat beispielsweise klar gemacht, dass wir in dem Interview nicht über die Causa Hummels, Boateng und Jogi Löw sprechen können. Ich hätte dazu gerne gefragt."

Die Fragen zu Katar blieben unbeantwortet

Drei Themen seien klar vereinbart gewesen: die Klub-WM, die Global Nations League und die WM 2022 in Katar. Zum letzteren Themenfeld hat Bauer keine Fragen mehr stellen können.

Das sei schade gewesen, weil ihm diesbezüglich exklusive Informationen vorgelegen hätten, sagte er: So sei es möglich, dass diese WM schon mit mehr Teams gespielt werde als den bisher 32. Da dies schwer allein zu stemmen sei, müsste sich Katar möglicherweise nach einem weiteren Co-Gastgeberland umsehen: "Und da Katar in der Region sehr isoliert ist, bleiben da eigentlich nur die Länder Oman und Kuwait. Beide haben noch nie eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Da hätte ich sehr gerne noch Fragen gestellt."

(lkn)

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