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Kompressor | Beitrag vom 10.11.2017

John Cage InterpretationenWie covert man Stille?

Detlef Diederichsen im Gespräch mit Timo Grampes

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Der amerikanische Komponist und Schriftsteller John Cage am 29. April 1982 im Frankfurter Theater am Turm. Cage, einer der bedeutensten Avantgardisten des 20. Jahrhunderts, wurde am 5. September 1912 in Los Angeles geboren und ist am 12. August 1992 in New York gestorben. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)
Sein eigener Blutkreislauf inspirierte ihn zu 4'33. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)

4'33 - die berühmteste Pause der Musikgeschichte. Bis heute regt John Cages Avantgardestück zum Nachdenken über das Verhältnis von Stille und Musik an. Am Haus der Kulturen der Welt versuchen sich nun zehn Künstler an Coverversionen.

Musik sei "alles das, was mich über die Ohren emotional berührt", sagt Detlef Diederichsen vom Berliner Haus der Kulturen der Welt. Diese weite Definition ist einer der Erkenntniswerte von "4‘33" des Avantgardemusikers John Cage. Vier Minuten und 33 Sekunden Stille, in der ein Pianist am Flügel sitzt und eben nicht spielt.

"Bei der Uraufführung 1952 gab es den erwarteten Skandal, weil dem Publikum vorher nicht mitgeteilt wurde, was für ein Werk sie da zu hören bekommen würden. (…) Und dann setzte sich jemand ans Klavier und ‚spielte‘. Das Publikum tobte."

Das Haus der Kulturen der Welt hat nun zehn Künstler gebeten," 4’33"  zu "covern" und bei einer Gala aufzuführen.

"Der Erkenntnisgewinn hört nie auf. Denn tatsächlich ist ja das Verhältnis zwischen Musik und Stille ja noch überhaupt nicht definiert und festgelegt. Und nach wie vor ist auch die Definition von Musik völlig offen. Was für den einen Musik ist, ist es für den anderen halt nicht", sagt Diederichsen.

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