Joggen und Mental Health

Sport stoppt das Kopfkino

06:56 Minuten
Ein Jogger läuft in einem sonnigen Park in Toronto
Wissenschaftlich erwiesen: Joggen steigert das Wohlbefinden. © picture alliance / empics
Von Peter Kolakowski  · 20.03.2022
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Joggen macht den Kopf frei. In ihrer "Clear Mind"-Studie haben Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln herausgefunden, was beim Sport tatsächlich im Gehirn passiert: Überflüssige Reize werden ausgeblendet, bevor eine meditative Wirkung einsetzt.
Laufen, um sich zu entspannen, um abzuschalten, um den Kopf freizukriegen. Für Hobbyläufer, aber auch für passionierte Leistungssportler ist Laufen ein probates Mittel. Doch was passiert eigentlich genau, wenn beim Laufen das Gehirn einen Gang runterschaltet, zur Ruhe kommt?
Hobbyläuferin Viola Göss kann beim Joggen das Chaos im Kopf bekämpfen. Am vergangenen Freitag allerdings ist die junge Frau nicht durch den Wald oder Park gelaufen, sondern schnurstracks zum Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaften der Deutschen Sporthochschule in Köln.
Dort warteten schon Vera Abeln und Leonard Braunsmann. Beide sind Projektleiter einer Studie unter dem Titel „Clear Mind“, in der die Effekte durch Laufen auf das Wohlbefinden, die Kognition und die Gehirnaktivität untersucht werden.

Neues Verfahren misst Gehirnströme exakt

Leonard Braunsmann und Vera Abeln interessiert bei ihren Untersuchungen besonders das sogenannte neuronale Rauschen im Gehirn vor und nach dem Laufen. Das neuronale Rauschen beschreibt, mit welcher Intensität die Nervenzellen untereinander Signale austauschen, also kommunizieren. Denn die Zellen „reden“ ununterbrochen miteinander, allerdings mal mehr oder weniger intensiv.
Bereits vorliegende Studien haben schon gezeigt, dass nahezu jeder Sport beruhigende Effekte auf die Gehirnaktivität hat, hier aber besonders aerobe Sportarten mit hohem Sauerstoffbedarf, die das Herz-Kreislaufsystem und die Lungenaktivität in Schwung bringen. Weil viele Hobbysportler von der wohltuenden Wirkung des Joggens auf die Gehirnleistung berichten, konzentrieren sich Braunsmann und Abeln bei ihren Forschungen auf diese Sportart.

Das Rauschen im Kopf hört auf

Schon jetzt konnten die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Forschung feststellen, dass das Gehirn nach dem Laufen tatsächlich abschaltet. Dabei erhöht sich nämlich die Aktivität relativ langsamer Gehirnwellen, und überflüssige Reize werden dann weniger vom Gehirn verarbeitet. Den Grund dafür, dass Joggen mental entspannt und für einen freien und klaren Kopf sorgt, erklärt Braunsmann so: 
"Man hat mittlerweile herausgefunden, dass man kognitiv leistungsfähiger ist, wenn das neuronale Rauschen abnimmt. Wenn man viel gearbeitet hat, kann es hilfreich sein, wenn man dann Joggen geht, dann kann man sich besser auf seine Arbeit konzentrieren, neue Aufgaben angehen und man ist generell leistungsfähiger.“

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