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Interview | Beitrag vom 29.11.2019

Jim Rakete über seinen Film "Now" Hoffen auf die Klimaaktivisten

Moderation: Liane von Billerbeck

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 Luisa Neubauer Klimaschutzaktivistin, Autorin und Initiatorin der Berliner Demonstration mit einem Megaphon während des Fußmarsches vom Invalidenpark zum Bundesministerium der Finanzen.  (imago images / Müller-Stauffenberg)
"Alles, was wir tun müssten, müssten wir jetzt tun", sagt der Fotograf Jim Rakete zu seinem Klimaproteste-Film "Now". (imago images / Müller-Stauffenberg)

Mit Porträtfotografien Prominenter ist Jim Rakete berühmt geworden. Jetzt hat er einen Dokumentarfilm über die weltweiten Klimaproteste gedreht: "Now" zeigt sechs Protagonisten der Bewegung. Von deren Kampf ist Rakete tief beeindruckt.

Seinen ersten Eindruck von den Klimademonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegung beschreibt der Fotograf Jim Rakete so: "Die werden so schnell nicht aufhören." Er hat sich als Filmemacher mit der Bewegung beschäftigt. Im Fokus seines Films "Now" stehe denn auch die Hoffnung - "die Hoffnung auf die Auswege und darauf, wie der Klimaaktivismus das Leben der jungen Leute verändert hat", sagt Rakete im Deutschlandfunk Kultur. 

Porträt von Jim Rakete. (imago images / Oliver Langel)22 03 2019 Jim Rakete ein deutscher Fotograf und Fotojournalist Bekannt wurde Rakete durch seine (imago images / Oliver Langel)

Besonders bewegt zeigt sich Rakete von der Haltung der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die nach einer Phase des Zweifelns beschlossen habe, dass sie die Zukunft gestalten müsse: 

"Den Teil des Films finde ich ganz unglaublich, auch bei den Wissenschaftlern, wo der Nobelpreisträger Yunus in die Kamera sagt, der Mensch sei seine Hoffnung. Der Mensch ist wie gemacht für alle Herausfordefungen. Der kriegt alles in den Griff, solange er die Gefahr, die ihn umgibt, kapiert. Das ist die Kernfrage: Kapiert er die?"

Ein Sequel zu den 68ern

Zum Titel "Now" sagt Rakete: "Es gibt keinen Titel der so genau sagt, worum es sich handelt, weil alles, was wir tun müssten, wir jetzt tun müssen." Ihn selbst habe die Beschäftigung mit dem Thema "kollosal" verändert:

"Ich bin total glücklich darüber, muss ich ganz ehrlich sagen, da schließt sich so ein Kreis in meinem Leben." Es sei für ihn "wie ein Sequel der 68er plötzlich", dass es diese zweite große Bewegung gebe in seinem Leben. "Für die eine war ich ein bisschen zu jung. Für die andere bin ich jetzt ein bisschen zu alt." Aber er finde es sehr schön, "dass die jungen Leute endlich wieder teilnehmen an dieser politischen Diskussion". Das werfe ein gutes Licht auf die Chancen unserer Zeit.

Wann und auf welcher Plattform oder bei welchem Sender "Now" zu sehen ist, weiß Rakete allerdings noch nicht - vor Weihnachten sollte es aber sein, meint er.

(bth/abr)


Wie sich der Klimawandel am größten Brandenburger See, dem Stechlin, zeigt, hat der Gewässerforscher Mark Gessner in unserer Sendung "Studio 9 – Kultur und Politik am Morgen" erklärt.

30 Jahre nach Abstellen des Kraftwerks, das dort zu DDR-Zeiten stand, seien die Temperaturen im See wieder auf dem damaligen Niveau: um zehn Grad erhöht. "Das ist alarmierend", so der kommissarische Direktor des Leibniz Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Aus Langzeitdaten anderer Seen lasse sich ablesen, dass von rund 300 Seen "nur eine Handvoll kein Erwärmungssignal" zeige: "Das ist etwas Neues, wenn wir darüber sprechen, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder ob er zum Beispiel durch veränderte Sonnenaktivität kommt. Wir haben auch in der Vergangenheit schon solche Erwärmungsperioden gehabt – aber nie global."

Hören Sie hier das Gespräch mit Mark Gessner!
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