Jazz-Sänger Jeff Cascaro

"Ich singe immer nur das, was aus meinem Herzen kommt"

Jeff Cascaro
Auf seinem neuen Werk nimmt Cascaro den Blues als Ausgangspunkt für seine neue musikalische Reise. © Jim Rakete
Jeff Cascaro im Gespräch mit Olga Hochweis · 02.10.2017
Jeff Cascaro gehört zu den renommiertesten Sängern des deutschen Jazz. Sein neues Album heißt "Love & Blues in the City" und entgegen dem Vorurteil hätten es Männer im Jazzgesang nicht schwerer als Frauen.
Jeff Cascaro - Jahrgang 1968 - gehört seit vielen Jahren zu den renommiertesten Sängern des deutschen Jazz. Bereits als 18-Jähriger gewann er den Bundeswettbewerb "Jugend jazzt" und hat seitdem eine beachtliche Karriere hingelegt. Nun hat er mit "Love & Blues in the City" ein neues Album vorgelegt.
"Ich singe immer nur das, was aus meinem Herzen kommt", betont Jeff Cascaro im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur. Er habe großen Respekt vor dem riesigen Erfolg seines amerikanischen Kollegen Gregory Porter.
Abgucken müsse er sich allerdings nichts von ihm, dafür sei er selbst schon zu lange im Musikbusiness aktiv. Und Cacsoro räumt gleichzeitig mit einem Vorurteil auf: "Männer haben es im Jazzgesang nicht schwerer als Frauen", sagt er, aber: Noch immer singen weitaus weniger Männer im Jazz.

Jazz und Blues gehören für ihn zusammen

Auf seinem neuen Werk "Love & Blues in the City" nimmt Cascaro den Blues als Ausgangspunkt für seine neue musikalische Reise und beeindruckt darauf mit großer Souveränität und fesselnder Intensität. Frühere Produktionen seien häufig lauter und dynamischer gewesen.
Diesmal vertraue er mehr auf die Zwischentöne und die nichtgespielten Noten. Und Jazz und Blues gehören für Cascaro ganz eng zusammen. Mal überwiege das eine, mal das andere. "Beides ist nie weg, aber prozentual variabel", unterstreicht der Sänger und Hochschulprofessor in Weimar, das Wechselspiel.
Außer drei Eigenkompositionen interpretiert Cascaro auf seinem neuen Album Coverstücke unter anderem von Willie Dixon und T. Bone Walker. "Ziel war es, gute Kompositionen zu finden, die zu mir passen und diese in einen anderen Kontext zu setzen."
In sehr feiner Dosierung greift der Vokalist auch zu Trompete oder Flügelhorn. "Wir haben aber darauf geachtet, nicht zu viel Trompete zu spielen und nur einige gezielte Farbtupfer zu setzen. Es sollte kein Nerd-Album werden."
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