Japan: Feministische Theatergruppe kämpft gegen Sexismus

    Eine junge Japanerin mit viktorianischem Spitzenhäubchen, Rüschenbluse in weiß und weiten Röcken in schwarz-rosa
    Spitzenhäubchen und weite Röcke machen den Gothic Lolita-Style aus © picture alliance / PYMCA / Photoshot / David B. Mann
    Anmutig, fein geschminkt, dezent verführerisch und opferbereit - so sollten Japans Frauen lange Zeit sein. Gegen dieses Bild arbeitet die Theatergruppe "Tremendous Circus" an. Und das - wie die "Japan Times" jetzt berichtet - in hübschen Kleidern in weiß, schwarz und rosa im viktorianischen Gothic Lolita-Style; also einer japanischen Mode-Subkultur, die mit dem Klischee der Kindfrau spielt. Die Schauspielerinnen bezeichnen sich selbst als radikal feministisch und bringen Themen wie Sexismus und Vergewaltigung auf die Bühne, die sie teils selbst erlebt haben. Der Zeitung zufolge verlangt die Gruppe von Männern bis zu doppelt so viel Eintritt, um auf das hohe geschlechtsspezifische Lohngefälle in Japan hinzuweisen. Der Gender Pay Gap in dem Land liegt bei mehr als 24 Prozent; in Deutschland sind es je nach Rechenart zwischen 6 und 16 Prozent. Die schönen Kleider dienen dabei auch außerhalb der Bühne als Rüstung, wie eine der jungen Frauen erzählt: Die mehrschichtigen weiten Röcke könnten nicht leicht ausgezogen werden. Und für den Notfall ist immer noch der spitzenbesetzte Sonnenschirm da.