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Im Gespräch | Beitrag vom 24.11.2020

Jana Lacey-KroneWie der Circus Krone durch die Coronakrise kommt

Moderation: Marco Schreyl

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Zirkusdirektorin Jana Lacey-Krone lächelt für ein Foto, im Hintergrund die Elefantendame Kenia. (picture alliance / dpa / Thomas Frey)
Zirkusdirektorin Lacey-Krone hat eine besondere Beziehung zu Elefanten. Sie lässt sie sogar am eigenen Nachwuchs teilhaben. (picture alliance / dpa / Thomas Frey)

In ihren Adern fließt zwar kein echtes Zirkusblut, aber dank einer Adoption kam Jana Lacey-Krone zum Circus Krone. Heute leitet sie das Unternehmen, das durch die Pandemie hart getroffen wurde. Denn die Tiere fressen auch, wenn sie nicht auftreten.

Jana Lacey-Krone war schon über 20 Jahre alt, als sie von Christel Sembach-Krone, der Chefin des Circus Krone, adoptiert wurde. Die Eltern waren mit der Zirkusdirektorin eng befreundet, und Jana wuchs quasi im Zirkus zwischen Tieren auf.

"Das Thema war sehr nüchtern für uns. Ich bin immer schon wie mit drei Elternteilen aufgewachsen. Da waren meine Mama und mein Papa, und dann war die Mapa da, die Frau Sembach-Krone, eine Mischung aus Mama und Papa. Durch die ganzen Jahre, die ich eh schon in so einer Struktur gelebt habe, war das nichts Ungewöhnliches, das es heißt: die Jana soll den Zirkus übernehmen. Aber man wollte auch den Namen erhalten."

Verkaufsschlager Löwenkot

Der Circus Krone ist ein Familienunternehmen mit 210 Mitarbeitern, zahlreichen Pferden, Löwen, Tigern, Elefanten, Lamas und Kamelen. Normalerweise ist er mit Gastauftritten ein halbes Jahr auf Tournee und verbringt dann die Wintermonate im Münchner Quartier. Jetzt ist aber schon seit dem Corona-Lockdown Mitte März Pause. "Emotional eine Katastrophe für uns, wirtschaftlich ein Desaster." sagt Jana Lacey-Krone.

Zwar ist es noch nicht so weit wie beim Cirque du Soleil, der Insolvenz anmelden musste. Aber die laufenden Kosten sind ohne Einnahmen kaum zu stemmen. Allein für das Löwenfutter müssen 20.000 Euro im Monat bezahlt werden. Mit kreativen Ideen versucht der Zirkus durchzuhalten: Besucher können unter Wahrung der Hygienevorschriften beim Tiertraining zuschauen, Clowns waschen mit akrobatischen Tricks Autos. Als Verkaufsschlager entwickelt sich Löwenkot, abgepackt in Gläser; mit seinem scharfen Geruch schützt er zum Beispiel gegen Marder.

"Wir haben wirklich viele Einfälle und versuchen, so lang wie möglich zusammenzuhalten. Jeder will anpacken."

Tierschutz im Zirkus

Bereits Jana Lacey-Krones verstorbene Adoptivmutter musste sich immer wieder mit Tierrechtlern auseinandersetzen und wurde verklagt. Ein Zirkus mit Wildtieren und Tiershows – ist das noch zeitgemäß? Schließlich gibt es Gegenbeispiele wie den Circus Roncalli, der ganz ohne Tiernummern auskommt. Jana Lacey-Schmidt betont, dass sie sich beim Circus Krone artgerecht auf die Bedürfnisse der Tiere einstellen.

"Wir sind Experten auf unserem Gebiet und können das alles auch so vertreten, was wir machen. Wir stellen ja keine Tiere zur Schau, sondern wir teilen mit dem Publikum die schönen Momente und auch die Faszination. Wir hatten auch bis vor zwei Jahren noch ein Nashorn, und mit diesem Nashorn haben wir wahnsinnig viel Geld gesammelt für Nashörner in Afrika. Und wir haben drei Nashörner adoptiert. Das heißt nicht, dass die in den Zirkus kommen, sondern dass sie in Afrika bleiben. Wir kümmern uns um die, auch finanziell, und hoffen, dass wir noch viel, viel mehr leisten können."

Große Liebe für Elefanten

Seit ihrer Kindheit ist Jana Lacey-Krone vor allem von der Tierwelt fasziniert. Die Mutter eines zwölfjährigen Sohnes ist selbst ist Pferdeakrobatin, ihr Mann Martin Lacey, ein Engländer, kümmert sich um die Löwen. Aber die große Leidenschaft der 41-Jährigen gehört den Elefanten.

"Ich bin so dankbar, dass ich Teil einer Gruppe von Elefanten sein durfte, die alle in meinem Alter sind. Die haben schon mitbekommen, dass ich schwanger bin. Letztes Mal war es ein ganz großes Thema, das ist schon zwölf Jahre her. Da kontrolliert jeder mal mit dem Rüssel am Bauch, was los ist. Und nach der Geburt war der erste Weg aus dem Auto raus in den Stall, das Baby zeigen."

Das wird beim zweiten Baby wahrscheinlich nicht anders sein. Das soll in den nächsten Tagen zu Welt kommen. Vielleicht tritt es später in die Fußstapfen der Eltern.

(svs)

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