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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.09.2016

Jahrestagung in Würzburg Märchen als Medien des Nachdenkens

Roland Bogards im Gespräch mit André Hatting

Titel Grimms Märchen (picture alliance / dpa / David Ebener)
Schon Grimms Märchen spiegelten viele Fragen aus der Wirklichkeit wider (picture alliance / dpa / David Ebener)

Macht und Ohnmachtserfahrungen sind Leitmotiv fast aller Märchen. Der Literaturwissenschaftler Roland Bogards betont, wie stark diese Fragen in den Alltag hineinspielen, persönlich ebenso wie politisch.

"Mit dem echten Leben hat das schon deshalb zu tun, weil das echte Leben aus sehr sehr vielen Machtphantasien und Ohnmachtserfahrungen besteht", sagt Roland Bogards, Professor für Literaturgeschichte an der Universität Würzburg im Deutschlandradio Kultur. Obwohl in Märchen märchenhafte Dinge geschähen, die man in der wirklichen Welt nicht erwarte, seien sie gleichzeitig "Medien des Nachdenkens". Außerdem gebe es in der Märchenforschung zunehmend die Überzeugung, dass  Märchen einen heimlichen dokumentarischen Charakter haben. Sie bildeten etwas ab, was zutiefst in der Wirklichkeit verankert sei, sagte Bogards, der in Würzburg am Märchenkongress teilnimmt.

Märchengesellschaft debattiert Macht und Ohnmacht

Bis Sonntag diskutieren in Würzburg rund 300 Experten bei einem Märchenkongress über das Thema "Macht und Ohnmacht. Erfahrungen im Märchen und im Leben". Es ist die Jahrestagung der Europäischen Märchengesellschaft.

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