Italienische Gemeinde kauft Mussolini-Villa für 1,2 Millionen Euro

    Ansicht der Villa Mussolini in dem italienischen Badeort Riccione
    Die Villa Mussolini im italienischen Badeort Riccione © picture alliance / ROPI / Gallini / Fotogramma
    Mehr als 80 Jahre nach dem Tod von Italiens faschistischem Diktator Mussolini ist dessen Sommerresidenz verkauft worden. Die Villa Mussolini an der Strandpromenade des Badeorts Riccione an der Adria gehört jetzt der dortigen Gemeinde. Der Kaufpreis betrug nach Angaben der Bürgermeisterin 1,2 Millionen Euro. Bislang war das Gebäude im Besitz einer Stiftung, wurde aber bereits von der Gemeinde als Kultur- und Ausstellungszentrum genutzt. Bürgermeisterin Angelini bezeichnete den Kauf als "Entscheidung mit Weitblick": Riccione verdränge seine komplexe Vergangenheit nicht, sondern verarbeite sie kritisch durch die Kultur. Zwischenzeitlich war auch befürchtet worden, dass Mussolini-Nostalgiker die Villa übernehmen könnten. In Italien gibt es immer noch zahlreiche Mussolini-Anhänger, auch in der Regierungspartei Fratelli d'Italia von Ministerpräsidentin Meloni, die ihre Wurzeln im Postfaschismus hat. In verschiedenen Gemeinden wird Mussolini bis heute als Ehrenbürger geführt.