Iranischer Regisseur Panahi: Schweigen ist Beteiligung

    Der iranische Regisseur Jafar Panahi steht bei der Verleihung des 38. Europäischen Filmpreises auf der Bühne.
    Der iranische Regisseur Jafar Panahi bei der Verleihung des 38. Europäischen Filmpreises © Fabian Sommer / dpa
    Mit einem dramatischen Appell hat der iranische Filmemacher Jafar Panahi an die Lage in seinem Heimatland erinnert. Zum Auftakt des Europäischen Filmpreises in Berlin rief er Filmschaffende auf, ihre Stimme zu erheben. Wenn Gewalt unbeantwortet bleibe, werde sie normalisiert, sagte Panahi. Und wenn sie normalisiert werde, breite sie sich aus und werde ansteckend. Die Aufgabe als Filmschaffende und Künstler sei heute schwieriger denn je, sagte Panahi, der mit seinem Film "Ein einfacher Unfall" für den Filmpreis nominiert war. Wenn sie von Politikern enttäuscht seien, müssten sie sich zumindest weigern zu schweigen. Denn Schweigen bedeute in Zeiten von Verbrechen nicht Neutralität: "Schweigen ist eine Beteiligung an der Dunkelheit."