Internationaler Theaterverband für Minderheitensprachen gegründet

    Aussenansicht des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen, Oberlausitz, Sachsen, Deutschland
    Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen in Sachsen und dessen Intendant Lutz Hillmann sind Mit-Begründer des Verbands. © imago images / Volker Preußer
    In Bautzen hat sich der internationale Theaterverein "Polyphony" für Minderheitssprachen gegründet. Der Verein will nach eigenen Angaben durch die Kraft von Theater und Darstellender Kunst, die Nutzung, Verbreitung und Stärkung indigener, regionaler und minorisierter Sprachen weltweit fördern. Damit organisiere sich erstmals die Theaterarbeit für Minderheiten-Sprachen in einem eigenen weltweiten Netzwerk, wie das Deutsch-Sorbische Volkstheater in der söchsischen Stadt mitteilte. Dessen Intendant Lutz Hillmann ist Mit-Begründer und Vorsitzender des Vereins. Das Theater vertritt die ober- und niedersorbische Sprache. Weitere Gründungsmitglieder stammen aus Frankreich, den Niederlanden, Norwegen und Spanien. In Europa existieren neben 36 Amtssprachen knapp 70 anerkannte Minderheitensprachen, die häufig vom Verschwinden bedroht sind. "Polyphony" soll nun eine Plattform für Vernetzung sein, gemeinsame Theaterprojekte zwischen den Mitgliedshäusern organisieren und sich für den gegenseitigen Austausch von Wissen und künstlerischen Praktiken einsetzen. Die Vereinsgründung ist das Ergebnis des mehrjährigen Projekts "phōnē – Minderheitensprachen eine Stimme geben", in dem sich von 2022 bis 2025 acht Minderheitentheater aus ganz Europa vernetzt haben.