Seit 15:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 25.11.2020
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Rang I | Beitrag vom 23.05.2020

Intendant Wilfried Schulz Düsseldorfer Schauspielhaus will kein "Eröffnungswettrennen"

Moderation: Susanne Burkhardt

Beitrag hören Podcast abonnieren
Porträt von Wilfried Schulz, Generalintendant des Schauspielhauses Düsseldorf (dpa / Federico Gambarini)
Möchte nicht um jeden Preis wieder schnell eröffnen: Wilfried Schulz, Generalintendant des Schauspielhauses Düsseldorf. (dpa / Federico Gambarini)

Die Theater in Nordrhein-Westfalen bereiten sich darauf vor, ihre Türen wieder zu öffnen. Für den Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz, steht an erster Stelle, die Hygieneregeln einzuhalten - als Zeichen von Achtsamkeit.

In einer Woche dürfen in Nordrhein-Westfalen die Kinos und Theater wieder öffnen. Aber was heißt das, wenn Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sind? Wie kann der Probenbetrieb laufen und wie ein Spielplan bei so viel Ungewissheit erstellt werden?

Wilfried Schulz, seit 2016 Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, will sich jedenfalls nicht einreihen, in das große "Eröffnungswettbewerbsrennen". Ihm sei es vor allem wichtig, die vorgeschriebenen Hygieneregeln einzuhalten. "Ich finde, gerade wir in der Kunst sollten, wo wir permanent über Empathie reden, auch mit einer grundsätzlichen Achtsamkeit umgehen."

"Corona-Ästhetik" und Fantasie 

Gemeinsam mit seinem Team hat Schulz diskutiert, inwieweit eine "Corona-Ästhetik" in Bühnenproduktionen Einzug halten könnte. Dafür habe er mit jedem Einzelnen gesprochen, ob die Änderungen für die Produktionen, die geplant sind, künstlerisch vertretbar seien. "Und habe dazu gesagt: Sonst können wir das nicht machen." Im besten Falle setze die Situation aber auch Fantasie bei den Theatermachern frei.

Die Schauspielerin Johanna Steinhauser und ihr Kollege Rasmus Max Wirth sitzen in zwei Meter Abstand auf der Bühne im digitalen Theatersaal in der Nürnberger Tafelhalle. Vor ihnen stehen Tische, darauf Laptops mit Webcam. (dpa / Tafelhalle / Andrea Hintermaier)So kann Theater in Coronazeiten aussehen: Experiment mit Webcam in der Nürnberger Tafelhalle. (dpa / Tafelhalle / Andrea Hintermaier)

Die neue Spielzeit am Schauspielhaus Düsseldorf beginnt am 3. September 2020 mit der Uraufführung "Hyper Real" von Constanza Macras und am 10. September mit Ferdinand von Schirachs neuem Stück "Gott".

Zuvor aber, noch vor Ende der Spielzeit soll es gemeinsam mit Düsseldorfer Privattheatern, die von der Krise besonders hart getroffen sind, ein Freiluft-Event geben, verrät Schulz. Er will ein "Zeichen" setzen, "dass man diese Zeit sinnvoll überleben wird und dass man nicht miteinander konkurriert, sondern Arm in Arm geht. Soweit das in Coronazeiten mit 1,5 Metern Abstand denkbar ist."

Mehr zum Thema

Intendant Oliver Reese - Wie das Berliner Ensemble die Coronakrise angeht
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 21.05.2020)

Kultur und Corona - Was sich aus der Krise lernen lässt
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 20.05.2020)

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur