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Kompressor | Beitrag vom 23.02.2021

Instagram-Kontroverse um belastete KulturfinanzierungVerstrickungen von Geld und Macht

Moderation: Massimo Maio

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Auf einem Plakat steht "Freier Eintritt für ehemalige ZwangsarbeiterInnen", vor der Plakatwand sind Polizeiabsperrgitter aufgestellt. (mago / PEMAX)
Im Zuge der Friedrich Christian Flick Collection 2004 in Berlin wurde auf die Verwicklung der Familie Flick mit dem Naziregime hingewiesen. (mago / PEMAX)

Eine Buchhändlerin in Berlin ist auf Instagram in der Kritik. Nicht weil sie feministische und queere Literatur im Angebot hat, sondern weil sie die Geschichte ihrer Familie in der Nazi-Zeit angeblich nicht ausreichend transparent gemacht habe.*)

Auf Instagram wird heftig über den Kulturbetrieb diskutiert. Auslöser war ein Video der Künstlerin Moshtari Hilal und des politischen Geografen Sinthujan Varatharajah, in dem die beiden sich auf heutige Verstrickungen von Geld und Macht beziehen, deren Ursprung sie in der Zeit des Nationalsozialismus ausmachen. Dabei knüpfen sie zudem an eine seit vielen Jahren laufende Debatte um Nazi-Geld im Kunstbetrieb an, wie beispielsweise die Diskussion Anfang der 2000er-Jahre um die Friedrich Christian Flick Collection.

Namentlich wird in dem Onlinegespräch eine Buchhändlerin in Neukölln genannt, die in ihrem Laden "She said" ausschließlich Literatur von Frauen und queeren Autorinnen verkauft. Ihr angeblicher "Nazihintergrund" – so war unter anderem der Urgroßvater Wehrmachtsgeneral und unter anderem Kommandant einer Panzerdivision im Ost-Feldzug – sei "nicht transparent" und "nicht offen kommuniziert" worden, behaupten sie.

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Andere Stimmen finden zwar die Diskussion wichtig, fragen aber, ob es tatsächlich sinnvoll ist, einen feministisch-queeren Buchladen als Ziel auszusuchen.

Wokes Umfeld

Die Journalistin Katharina Kühn hat sich das Video angesehen. Für sie ist es interessant, "wer die Debatte angestoßen hat: Kinder von Geflüchteten". Hinzu käme noch, in welcher Szene die Debatte geführt werde: "ein linkes, wokes, also sich seiner Privilegien bewusstes, antirassistisches Umfeld".

Gerade in dieser Subkultur sei auch die aus dem deutschen Adel kommende Buchhändlerin verortet. Diese hat nun auch reagiert und eingeräumt, dass es falsch gewesen sei, nicht darüber nachgedacht zu haben, ihre Familiengeschichte öffentlich zu thematisieren.

(rzr)


*Redaktioneller Hinweis: Wir haben eine in der ersten Version vorgenommene politische Zuordnung aus dem Text entfernt.

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