Seit 01:05 Uhr Tonart
Montag, 21.06.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview / Archiv | Beitrag vom 21.05.2019

Initiative "Entrepreneurs for future"Unternehmer wollen das Klima retten

Thomas Jorberg im Gespräch mit Nicole Dittmer

Zwei bis Dreihundert Schüler demonstrieren im Rahmen der "Friday for Future"-Bewegung auf dem Operplatz in Hannover. (Picture Alliance / dpa / Patrick Graf / Geisler-Fotopress)
Die Jüngeren zeigen es den Älteren: Die "Entrepreneurs for future" fordern wie viele Schüler eine andere Klimapolitik. (Picture Alliance / dpa / Patrick Graf / Geisler-Fotopress)

Mehr als tausend Firmen nennen sich bereits "Entrepreneurs for future". Sie fordern eine nachhaltige Ökonomie. Vorschläge, wie dies umgesetzt werden könnte, gebe es bereits, meint Thomas Jorberg von der GLS Gemeinschaftsbank.

An diesem Freitag wollen erneut Tausende Schüler im Rahmen der "Fridays for Future"-Bewegung unter dem Motto "Europa – wir kommen" auf die Straße gehen. Im Vorfeld der internationalen Proteste haben sich mehr als tausend Unternehmen aus der Innovativwirtschaft zur Initiative "Entrepreneurs for future" zusammengeschlossen, um von der Bundesregierung eine "ambitioniertere Klimapolitik" einzufordern.

Unter den Firmen, die sich für die Zukunft engagieren, gehört auch die genossenschaftliche GLS Gemeinschaftsbank. Daneben seien auch Handwerks- und Produktionsbetriebe, Einzelhandelsunternehmen sowie Firmen aus der Ernährungswirtschaft Teil der Initiative, wie GLS-Vorstandssprecher Thomas Jorberg im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur erklärt.

Änderung der Rahmenbedingungen gefordert

Die teilnehmenden Unternehmen haben Lösungen für "die Energiewende, die Klimaneutralität oder auch die Kreislaufwirtschaft entwickelt. Sie sind innovativ im nachhaltigen Sinne". Dies sei Kern ihrer Geschäftspolitik, sagt Jorberg.

Nicht wenige Unternehmen würden bereits viel für die Klimawende unternehmen, so Jorberg. Doch reiche dies nicht aus. Daher sei die Politik gefragt. Indes nicht im Kleinteiligen, sondern indem sie die Rahmenbedingung beispielsweise durch die CO2-Bepreisung oder Abgaben auf Spritz- und Düngemittel in der Landwirtschaft ändere. "Es geht um marktwirtschaftliche Veränderungen der Rahmenbedingungen und nicht um dirigistische Einzelmaßnahmen oder Zuschüsse", so Jorberg.

Durch Abgaben sollen Technologien gefördert werden

Dort wo Ressourcen verbraucht werden und dies schädlich für die Umwelt sei, müsse dies auch mit Abgeben belegt werden, erklärt Jorberg. "Wir fordern unter anderem eine CO2-Bepreisung, damit die entwickelten Technologien umgesetzt werden, die es heute schon für eine CO2-neutrale Zukunft gibt", unterstreicht Jorberg. Dadurch würden auch andere Abgaben wegfallen und es müsste nicht unbedingt zu Preissteigerungen für den Bürger kommen.

Außerdem könnten mit solchen Abgaben Gelder freigesetzt werden, die dazu notwendig wären, um unter anderen die Klima- und Mobilitätswende umzusehen, und dass Europa bis 2050 CO2-neutral werde. "Damit die Zukunft auch für unsere Enkel lebenswert ist", betont der GLS-Vorstandssprecher.

 (rzr)

Mehr zum Thema

Protest gegen "Grand Paris" - Grünpflanzen gegen Großinvestitionen
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 21.05.2019)

Physikerin Friederike Otto - Die Hitze von 2018 war der Klimawandel
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 11.05.2019)

Klimawandel - Die Älteren sollten ihre Schuld eingestehen
(Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 09.05.2019)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Heike Geißler über die Bachmann-Jury"Das geht nicht"
Die Jury im Studio bei der Lesung von Heike Geißler. Die Schriftstellerin ist über Bildschirme zugeschaltet. (LST Kärnten / Johannes Puch)

Die Schriftstellerin Heike Geißler hat in Klagenfurt gelesen und übt nun deutliche Kritik an der Arbeit der Jury: Die Diskussion sei unfair und nicht auf den Text bezogen gewesen. Das sei aber das Mindeste, was Literaturkritik leisten müsse.Mehr

Studie zur Spaltung der GesellschaftEin Land, zwei Lager
Köpfe einer Menschenmenge am Potsdamer Platz in Berlin. Es handelt sich um eine Demo. Zwischen den Köpfen ragt ein Schild mit der Aufschrift "Dagegen" hervor. (Unsplash / Leon Bublitz)

Eine Studie zeigt, dass sich in der deutschen Gesellschaft zwei Lager polarisiert gegenüber stehen: Das Problem daran ist, dass sich eines von ihnen marginalisiert fühle und unzufrieden mit der Demokratie sei, sagt der Psychologe Mitja Back. Mehr

Schule und CoronaNoch nicht fit für den Herbst
Unterrichtsszene: In einem Klassenzimmer sieht man zwei Kinder von hinten. Sie sitzen jeweils einzeln an einer Bank und blicken nach vorne zur Tafel, neben der ihre Lehrerin steht. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleu)

Im Herbst könnten die Infektionszahlen wieder steigen. Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband mahnt, die Schulen bis dahin mit Luftfilteranlagen und schnellem Internet auszustatten: Distanzunterricht könnte wieder notwendig werden.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur